MESSE - 24. September 2008
Dabei konnten Zuwächse von mehr als zehn Prozent bei Ausstellern, rund zehn Prozent mehr Ordervolumen und 24 Prozent mehr registrierte Fachhändler verzeichnet werden. Die IFA wird in jedem Jahr internationaler. Das zeigen die diesjährigen Zahlen eindrucksvoll. Mit 1.245 Ausstellern aus 63 Ländern erreichte die IFA 2008 ein neues Rekordniveau. Der Anteil ausländischer Aussteller betrug dabei 66 Prozent. Die Fachbesucher kamen aus 126 (2007: 93) Ländern, jeder dritte Fachbesucher kam aus dem Ausland. Auch die Medienpräsenz ist internationaler und repräsentativer als je zuvor. 6.560 Journalisten aus 67 Ländern (2007: 6.664 Journalisten aus 56 Ländern) besuchten die IFA 2008 in Berlin. Mit 122.000 Quadratmetern vermieteter Ausstellungsfläche, darunter 11.000 Quadratmeter temporäre Hallenfläche, ist die IFA die flächengrößte in ihrer Geschichte. Damit scheint das Konzept, die IFA jedes Jahr zu veranstalten, scheinbar erfolgreich aufgegangen zu sein. Allerdings ist deutlich zu verzeichnen, dass die IFA im Fernsehen nicht mehr die dominante und präsente Rolle vergangener Jahre und Jahrzehnte einnimmt. Hier gibt es noch Optimierungsbedarf für die Zukunft. Auch in diesem Jahr war die Suche nach den Branchentrends nicht ganz einfach. Ein großer Trend sind in diesem Jahr Flachbild-Fernseher in allen denkbaren Formaten. Hier geht die Entwicklung eindeutig hin zu Geräten die noch dünner sind. Auf der IFA 2008 wurden LCD-Prototypen vorgestellt, die nur noch 1 cm (0,4 Zoll) tiefe Gehäuse haben. Verbunden mit immer größeren Diagonalen der Bildschirme, deutet sich hier eine wahre Bildschirm-Revolution an. Möglich sind nun Geräte mit einem Diagonalmaß von 150 Zoll (361 Zentimeter). Das sind Dimensionen, die vor wenigen Jahren noch niemand für möglich gehalten hätte.
Ein weiterer wichtiger Trend ist HD auf vielen verschiedenen Medien-Plattformen. Mittlerweile gehört das Kürzel „HD“ zum Medienalltag dazu wie die Luft zum atmen. Großformatige Fernseher mit HD-Ready- oder Full-HD-Ausstattung sind mittlerweile in vielen deutschen Wohnzimmern zu finden. Damit wird die Basis geschaffen für den nahenden Generationenwechsel im Fernsehen in Europa. Ab Februar 2010 wird es dann von ARD und ZDF regelmäßige Ausstrahlungen in HDTV geben. Doch auch im IPTV-Bereich spielt HD im Bereich Video-on-Demand schon jetzt eine große Rolle. Doch viel wichtiger ist in diesem Zusammenhang die Blu-ray Disc. Nachdem in den vergangenen Monaten der Konkurrenzkampf zwischen HD DVD und Blu-ray um das HD - Spreichermedium der Zukunft zu Gunsten der Blu-ray Disc entschieden wurde, war die IFA in diesem Jahr Schauplatz einer wahren Flut von neuen Modellen von Blu-ray Geräten. Viele neue Player wurden vorgestellt. In diesem Bereich wird sich durch das nahende Weihnachtsgeschäft sicherlich ein wahrer Schub nach Vorne ereignen, was den Verkauf von Blu-ray Playern angeht. Doch auch Camcorder, die im Full-HD-Modus mit 1920 x 1080 Pixel aufnehmen können, dienen immer mehr als Bildquellen für HD-Bildschirme. Auf der IFA wurden nun Camcorder vorgestellt, die brillante Bildqualität verbinden mit einer sehr kleinen Bauform. Diese Geräte kann man tatsächlich in die Tasche stecken. Möglich wird dieser Entwicklung durch Geräte, die ohne mechanische Laufwerke auskommen und die Daten auf extrem leichten und leistungsfähigen Flash-Memory-Karten speichern.
Eine Entwicklung, die sich bereits bei der letzten IFA abzeichnete sind speziell für das Heimkino zugeschnittene Audio-Lösungen. Dabei wird eine Qualität erzielt, die nur als professionell bezeichnet werden kann. Dabei orientieren sich die Entwickler an den immer flacher werdenden Bildschirmen. Die Folge sind flache „Soundbars“ und Surround-Projektoren, die über eine einzige Lautsprecher-Komponente plastische Raumklänge aus bis zu sieben Kanälen erzeugen. Damit wird der Traum vom Heimkino endlich Wirklichkeit. Ein wichtiges Schlagwort in dieser Zeit ist Mobilität. Auch die IFA zollt diesem Trend Tribut. Schließlich gehören mobile Geräte für Unterhaltung, Navigation und Kommunikation zu den wichtigsten Wachstumsmotoren der Consumer Electronics. Schwerpunkte auf der diesjährigen IFA in diesem Segment waren intelligente Navigationslösungen und Fernsehen mit dem Handy. Die Zeiten sind vorbei, als man sich mit seinem Navigationsgerät nur den Weg durch Stadt und Land gebahnt hat. Auf der IFA 2008 wurden mobile Geräte vorgestellt, die aufgrund des Verkehrsaufkommens den schnellsten Weg berechnen oder in Verbindung mit dem Internet als Stadt- und Restaurant-Führer agieren. Doch auch für Fußgänger und Radfahrer wird das Navigationsgerät in Zukunft Standard werden. In Sachen Fernsehen mit dem Handy erwartet die Branche von der IFA 2008 wichtige Impulse, nachdem die Europäische Kommission DVB-H als einheitlichen Standard für Europa unterstützt. Nach Jahren der Stagnation ist es Zeit für einen Schub nach Vorne. Im Bereich der Hausgeräte geht der Trend eindeutig zu Geräten, die eine gesunde Ernährung unterstützen und dabei möglichst hohen Bedienkomfort bieten. Sehr spannend sind in diesem Zusammenhang neue Gerätearten wie Induktionsherde und Hoch-geschwindigkeits-Backröhren. Doch auch Dampfgarer mit jeder Menge Elektronik liegen voll im Trend. Hier wird gesunde Ernährung mit dem optimalen Einsatz moderner Technik unterstützt. Zum Schluss sollte man noch erwähnen, dass auch in diesem Jahr die IFA das Thema Ökologie sehr ernst nimmt. Alle großen Markenhersteller haben sich in diesem Jahr der ökologischen Herausforderung gestellt und intelligente Lösungen für den Bereich der Consumer Electronics präsentiert. So verbrauchen zum Beispiel LCD- und Plasma-TVs zwischen 25 und 35 Prozent weniger Energie als noch vor drei Jahren. |
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