COSMOKÖLNISTISCH - 25. März 2009

Antifrühling

Nach einem langen und bitterkalten Winter freute ich mich, Klischee gemäß auf einen lauwarmen, bunten Frühling. Einen Frühling dessen Sonnenstrahlen schon morgens aus dem Bett locken und der einem die nötige Energie für´s kommende Jahr gibt.

Stattdessen beehren uns die Horen, Göttinnen der Jahreszeiten, mit Regen und Schnee. Die Tage diesen Jahres, an denen die Sonne über Köln lachte, lassen sich leicht an 1-2 Händen abzählen. Und als würde das nicht als Gute-Laune-Killer reichen, häufen sich die Hiobsbotschaften in den Medien: Den Kölner erschütterte vor geraumer Zeit der Einsturz des Historischen Archivs, womit allerdings sein Missmut zu den Kölner Verkehrs Betrieben (KVB) nur einmal mehr gesteigert wurde. Scherzhaft wird die Abkürzung KVB schon lange mit „Kölner Verbrecher Bande“ übersetzt. Der Einsturz des Archivs allerdings bringt endlich zum Vorschein, was der Kölner schon lange wusste. Der Ausbau der Bahn Strecke, der sowohl zeitlich als auch finanziell längst überreizt ist, war und ist ein Schuss in den Ofen. Die Wut die dieses Ereignis in mir nach sich zog wurde bald allerdings von neuen Wahnsinnsmeldungen in soziale Depression umgewandelt. In einem kleinen Ort Namens Winnenden erschießt ein Amokläufer 15 Menschen und anschließend sich selbst. Am Tag des Geschehens nehme ich die Tat in den Medien als nationalen Schock war. Die folgenden Tage weicht dieser Schock langsam der Überreizung und der Langeweile, durch die ständige Berichterstattung über den Amoklauf. Zeitung, Radio und Fernsehen kennen kein anderes Thema und selbst im Thema gibt es kaum Unterschiedliches. 1 2

Das geflügelte Wort:
"Rheinheitsgebot" - Wurde in Bayern geprägt: 1516 wurde dort das "Reinheitsgebot" verabschiedet. Das ist ein Gesetz, dass genau vorschreibt, welche Zutaten bei der Herstellung von Bier verwendet werden dürfen. Das Reinheitsgebot wurde streng überprüft. Wenn in einer Brauerei Bier entdeckt wurde, das anders zubereitet worden war, dann wurde es sofort vernichtet. Und zwar, indem dem Fass der Boden ausgeschlagen wurde. So lief das ganze Bier auf den Boden und konnte nicht mehr getrunken werden. Die Redewendung hat sich bis heute gehalten – für etwas, das große Empörung hervorruft.

 

 

 

 

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