COSMOKÖLNISTISCH - 08. April 2009
Veronika der Lenz ist da
Nachdem ich die Hoffnung auf einen sonnigen,
warmen Frühling aufgegeben hatte, überraschte mich das Wetter dann
doch noch mit Sonne und einem kletternden Thermometer. Euphorisch zog ich
einen Mini Rock an und verließ das Haus. Und nach spätestens 20
Metern wusste ich auch wieder, was der Winter für einen Vorteil hat.
Die Gafferei hatte ich nämlich nicht sonderlich vermisst. Vor allem wenn
es mit Gesabbere und sau blöden Kommentaren verbunden ist. Aber der Tag
sollte noch weitere Überraschungen für mich bereithalten und mir
zeigen was es heißt, wenn mir wirklich jemand „zu nahe“
kommt.
Nachdem ich nämlich 3 Gaffer passiert hatte und in eine andere Straße
einbog, hörte ich nur wie schmatzende und knutschende Geräusche
in meine Richtung abgegeben wurden. Also solche von der Sorte Mann, die sich
für den Nabel der Schöpfung halten. Eben jene, die denken jede Frau
stürze sich sofort auf sie, wenn sie einem hinterher schnalzen als sei
man eine Bordstein Schwalbe. Ich bemühte mich gar nicht zu sehen, wer
da so herablassend zu mir herüber schmatzte, zückte bloß meinen
digitus medius (auch Mittelfinger genannt) und hielt diesen in seine Richtung.
Keine 2 Minuten später hörte ich quietschende Reifen hinter mir
und kurz darauf fuhr ein Auto langsam an mich heran. Aus dem offenen Fenster
des Fahrers hörte ich dann: „Ey du. Warum beleidischst du misch
so?“ Es schaute mich ein arabisch wirkender Typ mit großen Augen
an, dessen Mund sich zur Schmoll Schnute verzogen hatte. Nach einem flüchtigen
Blick zu ihm, schaute ich wieder nach vorne und antwortete schnippisch: „Jedem
das was er verdient.“ Er erzählte dann noch irgendwas von „ey
guck disch doch ma an. Disch guck isch doch gar nisch an. Du Schlampe....“
Dann rauschte er ab.
Als ich dann in der Bahn saß, setzte sich ein Mann vor mich und trat
mir dabei versehentlich auf den Fuß. Er entschuldigte sich sofort und
ich winkte mit einem Lächeln ab. So schlimm war es ja nicht. Ich nahm
auch gleich meine Lektüre wieder auf und beachtete ihn nicht mehr. Ich
stieg später aus und ging in ein Geschäft, auf der Suche nach Wattestäbchen.
Plötzlich steht der Typ aus der Bahn vor mir und fragt mich auf Englisch:
„Can I ask you a question?“ Verdaddert antwortete ich nur „Why?“.
Darauf wurde er etwas ungehalten was denn das why sollte. Ich versuchte ihm
dann klar zu machen, dass ich ja nur wissen wollte, warum er mich anspricht.
Er stotterte dann: „ Yes, you saw me in the train? You must have feel
the importance of the spirit between us...“ bla bla. 1 2