COSMOKÖLNISTISCH - 08. April 2009

Veronika der Lenz ist da

Ich erzählte ihm dann was von meinem „Boyfriend“ der zuhause schon auf mich wartete. Zum Glück trollte er sich. Als ich dann auf der Arbeit war, vollkommen darin vertieft den perfekten Pizzaboden aus einem Stück Teig zu rollen meinte mein Arbeitskollege zu mir: „Da steht ´n Kerl vor der Tür und glotzt dich die ganze Zeit an.“ Und tatsächlich stand da ein Typ, um die fünfzig Jahre und gaffte. Noch nicht mal da hatte man seine Ruhe. Seufzend beschwerte ich mich dann bei meinem Kollegen über die Gafferei der Männer. Der antwortete mir nur, dass wir Frauen das ja wollen. Ich konnte nur noch sagen: „Aber doch nicht so!“
Ja, was wollen wir Frauen denn jetzt? Natürlich ist es schön, wenn man merkt, dass man für Männer begehrenswert sein kann. Aber es gibt eben ein unausgesprochenes Gesetz, dass Frauen nicht aussprechen, weil sie es für zu banal halten um es zu formulieren. Daher kennen es Männer nicht. Es geht um das Gesetz des „zu nahe Kommens“. Ein Pfeifen hinter sich zu hören oder ein wohlwollender Blick ist durchaus ein Kompliment. Aber wen jemand eintritt in die Persönlichkeit, sei es mit einem Blick, einem Spruch oder sogar mit Handgreiflichkeiten, dann ist das ein Verstoß gegen dieses Gesetz. Dagegen sträubt sich die Welt der Frauen. Völlig zu recht wie ich glaube. Es ist halt wieder mal der kleine feine Unterschied, der den gemeinen Mann vom Gentleman unterscheidet.
Da es in den meisten Fällen schon schwierig ist, den eigenen Mann von diesem unausgesprochenen Gesetz zu überzeugen, wird es unmöglich sein, die Männer der Straße damit vertraut zu machen. Es empfiehlt sich demnach sich ein zwei passende Sprüche für den Sommer zurecht zulegen und die bei Bedarf anzuwenden. Denn immer nur ignorieren ist erstens unbefriedigend und hilft zweitens auch nicht immer. In diesem Sinne empfehle ich, sich bloß nicht entmutigen lassen, was die knappe Sommerkleidung angeht. Viva el verano! 1 2

 

 

 

 

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