MODE - 03. Juni 2009

Modebegriffe
„CAPRIHOSE“
von Steffie Sallieri

Die Caprihose (im Englischen Capri Pants) ist eine dreiviertellange, enge Damenhose, die am Saum geschlitzt ist. Dieser wird manchmal auch umgekrempelt. Der Schlitz kann mit Schnüren, Knöpfen oder mit einem Reißverschluss geschlossen sein. Die Länge bis unterhalb des Knies und maximal bis zur Wadenmitte ist charakteristisch für die Caprihose.

1948 hat die deutsche Modedesignerin Sonja de Lennart – die häufig in Capri zu Gast war – in ihrer „Capri Collection“ enganliegende, dreiviertellange Hosen mit einem kurzen seitlichen Schlitz vorgestellt. Schon ein Jahr später trug die deutsche Schauspielerin Mady Rahl die engere, sommerliche Form der Caprihose für Sonja de Lennart, 1950 die österreichische Schauspielerin Erni Mangold mit der Ausführung für den Winter.

Die Caprihose ist später von einigen anderen Designern kopiert worden, unter anderem von Emilio Pucci, der 1949 in Capri seine erste Sport-Kollektion, die noch in schwarz und weiß gehalten war, präsentiert und im nächste Jahr die Boutique „Emilio“ eröffnet hat.

Obwohl – oder gerade weil – die Caprihose damals geradezu revolutionär erschien, war sie ein wesentlicher Bestandteil der Modehits der 1950er. Sie hat pausenlose Debatten über Anstand der Trägerinnen und die Moralvorstellungen der Jugendlichen ausgelöst. Heute ist die Caprihose nicht mehr provokant, aber damals haben sich nur die besonders mutigen Trendsetterinnen damit auf die Straße getraut.

Viele Mütter haben ihren Töchtern nicht erlaubt, mit der Caprihose auf die Straße zu gehen.
Am Strand beim Sonnenbaden war sie in den 1950ern ein modisches Muss.

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