COSMOKÖLNISTISCH - 17. Juni 2009

Mad City

In einer Stadt, in der man auf jeder Grünfläche Kaninchen hoppeln sieht und in der sich in den Bäumen die Eichhörnchen mit wilden Papageien streiten, vermutet man schon etwas Skurrilität. Und so ist es auch. Auf meiner Skala der durchgedrehten Städte ist Köln ganz oben.
Größtes Indiz ist sicherlich der Karneval, an dem selbst geschlossene Firmen nicht anzutreffen sind und ihre Kunden und Geschäftspartner auf Nach-Karneval vertrösten. Eine Woche versammelter Wahnsinn. Aber auch während des restlichen Jahres begegnen und widerfahren einem genügend Merkwürdigkeiten.
Gestern beispielsweise saß ich mit einem Freund in einem Café, die Sonne schien und von hinten hörten wir ein Rumpeln auf der Straße. Als wir uns dann umsahen, fuhr ein riesiger Metallic roter 1959 Chevrolet Cabrio vor. Das wäre ja noch nichts besonderes. Was uns aber wirklich auffiel waren die Insassen. Der Fahrer, ein abgehalfterter Typ um die vierzig, viel zu stark gebräunt mit Gammel-Look, fuhr eine blonde Riesen Barby-Puppe mit rot-gepunkteten Kopftuch durch die Gegend. Mit offenen Mündern starten wir hinter her.
Bereits schon früher am Tage hatte ich mich über einen meiner Mitmenschen gewundert. Am Bahnsteig nämlich stand ein junger Typ der plötzlich anfing zu tanzen. Und das nicht kurz sondern er legte noch richtig los. Mit Baggy und Basecap mampfte er sein Brötchen und tanzte dabei wie eine Art Roboter. Ich beschloss, dass er damit die Moderne Art des Hip Hop darstellen wollte. Später kam noch eine Freundin dazu, die sich aber nur mit ihm unterhalten wollte. Aber er tanzte weiter und ließ sich nicht beirren. 1 2 3


 

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