FERNSEHEN - 01. Juli 2009 40 Jahre Mondlandung Am 20. Juli jährt sich zum 40. Mal die Landung der ersten Menschen auf dem Mond. Das ZDF erinnert in einer aufwendig produzierten zweiteiligen Dokumentation an die Menschen, die damals daran beteiligt waren und Geschichte geschrieben haben. Als am 20. Juli 1969 Neil Armstrong und Buzz Aldrin als erste Menschen den Mond betraten, ging ein lang gehegter Menschheitstraum in Erfüllung. Das ZDF hat nun eine zweiteilige Dokumentation erstellt, welche dieses Ereignis und seine Vorgeschichte beleuchtet, sowie einen Ausblick auf die Zukunft der Raumfahrt wagt. Maßgeblich beteiligt an dieser Dokumentation war Jesco von Puttkamer, der als Zeitzeuge die Mondlandung hautnah miterleben durfte. Jesco von Puttkamer arbeitet als Raumfahrtwissenschaftler seit 1962 für die NASA und ist als Headquarter-Manager für den Bau und den Betrieb der Internationalen Raumstation (ISS) und seit 2004 für das langfristig angelegte Mond-Mars-Programm der NASA zuständig. „Die U.S.A. sind Weltmeister in Mondlandungen und im Shuttle-Fliegen. Russland ist Weltmeister im Bau und Betrieb von Raumstationen“. So beschreibt Jesco von Puttkamer die Rollenverteilung der Supermächte im Weltraum. Zusammen mit der ZDF-Raumfahrtexpertin Hildegard Werth, bereiste von Puttkamer die wichtigsten Schauplätze in der Geschichte der Raumfahrt. Das Sternenstädtchen bei Moskau mit dem Juri-Gagarin-Kosmonauten-Trainingszentrum, das Marshall Spaceflight-Center in Huntsville/Alabama, wo in den 60er Jahren die gewaltigen Saturn-V-Mondraketen gebaut wurden, und das Kennedy Space Center in Florida, Amerikas Weltraumbahnhof und Heimathafen der U.S. Space Shuttles. Sie begegneten den Helden der Pionierjahre, vom Mondastronauten Charlie Duke bis zum Rekordhalter mit mehr als 800 Tagen im All, dem Russen Sergej Krikaljow. Sie trafen auch die Astronauten und Kosmonauten der Gegenwart, Kommandanten der ISS und Mitglieder ihrer internationalen Bestzungen.
Die zweiteilige Dokumentation „Aufbruch ins All“ und „Zukunft im All“ behandelt die Pionierjahre der Raumfahrt vom „Sputnikschock“ bis zum Baubeginn der ISS und bietet einen Blick hinter die Kulissen der großen Raumfahrtagenturen in Ost und West. Sie zeigt den Wettlauf zum Mond, wie ihn nur diejenigen kennen, die ihn aus nächster Nähe erlebt haben – mit spektakulären Filmsequenzen aus den Archiven der NASA, die erst kürzlich in HD-Qualität abgetastet wurden. Im zweiten der Dokumentation wird über das Leben auf der ISS berichtet. Seit zehn Jahren ist sie in Betrieb und wird seither von 16 Ländern gemeinschaftlich betrieben. Insgesamt stecken mehr als 1 ½ Jahre Produktionszeit in dieser Dokumentation. Die Macher haben sich Zeit genommen und Wert auf hohe Qualität gelegt, was man der aufwendig gemachten Dokumentation in jeder Szene ansieht. Dabei war es gar nicht so einfach für alle Orte und Gesprächspartner Drehgenehmigungen zu erhalten. Zeitintensive Anfragen waren die Folge, wobei sich Jesco von Puttkamer für das Produktionsteam nicht nur als kompetenter Gesprächspartner erwies, sondern auch zahlreiche „Türen“ öffnen konnte. Eine große Stärke dieser zweiteiligen Dokumentation ist die Tatsache, dass darin keine Aussagen von Politikern und Managern vorkommen. Zu Wort kommen nur Zeitzeugen, die unmittelbar beteiligt waren und sind. Das Ergebnis ist eine hautnahe und oftmals sehr emotionale Sicht der Dinge. In diesen Tagen, wo die Menschheit sich erneut aufmacht den Mond zu betreten und danach den Mars, ist diese Dokumentation ein wichtiger Rückblick auf die bewegte Vergangenheit der Raumfahrt und ein Ausblick auf die Zukunft, welche nur gemeinsam von allen Völkern dieser Erde gemeistert werden kann: Der Aufbruch der Menschheit zu den Sternen. Dienstag, 7. Juli 2009, 21.00 Uhr Mittwoch, 8. Juli 2009, 0.45 Uhr BUCHEMPFEHLUNG Am 20. Juli 1969 geht ein Menschheitstraum in Erfüllung: Neil Armstrong und Buzz Aldrin betreten als erste Menschen den Mond. Mit diesem historischen Schritt definieren sie das Selbstverständnis der Menschheit neu, sie haben ihre alte Lebenswelt, die Erde, verlassen und dringen auf der Suche nach neuem Lebensraum ins Universum vor. Der Augenzeuge und NASA-Experte Jesco von Puttkamer erzählt detailgetreu die achttägige Reise der Apollo 11 zum Mond wie einen spannenden Abenteuerbericht und stellt die historische Leistung in einen zukunftsweisenden Zusammenhang: Der Erfolg der Appollo-11-Mission war die Voraussetzung für die Erschließung des Alls, die über das Space Shuttle und den Bau der ISS direkt zum roten Planet, dem Mars, führt. Jesco von Puttkamer verfolgte den historischen Moment der Mondlandung nicht nur in der Flugkommandozentrale der NASA in Houston als Augenzeuge, er war als Ingenieur im Team von Wernher von Braun maßgeblich an seinem Gelingen beteiligt. Mit dokumentarischer Präzision schildert er im vorliegenden Buch die achttägige Reise der Apollo 11. Sein Wissen um die technischen Details, den internen Funkverkehr zwischen den Astronauten, die Neil Armstrong, Michael Collins und Edwin Aldrin als Appollo-11-Crew zu erfüllen hatten, machen seine Erzählung zu einem faktenreichen und packenden Abenteuerbericht, der die revolutionäre Bedeutung des Unternehmens unmittelbar wiedergibt. Es war der Beginn der eines breit angelegten Erkundungsauftrags, der die Menschheit über nachfolgende Apollo-Missionen zum Bau der ISS führen sollte. Welche Erfolge und Rückschläge die Weltraumforschung dabei zu verzeichnen hatte, beschreibt der NASA-Experte von Puttkamer im zweiten Teil des Buches. Dort wird deutlich, dass die Pendelfähre ins All, das Space Shuttle und die ISS nur die Vorstufen für ein noch ehrgeizigeres Projekt der Zukunft sind: die Erkundung des Mars. Funkverkehr zwischen den Astronauten, die Neil Armstrong, Michael Collins und Edwin Aldrin als Appollo-11-Crew zu erfüllen hatten, machen seine Erzählung zu einem faktenreichen und packenden Abenteuerbericht, der die revolutionäre Bedeutung des Unternehmens unmittelbar wiedergibt. Es war der Beginn der eines breit angelegten Erkundungsauftrags, der die Menschheit über nachfolgende Apollo-Missionen zum Bau der ISS führen sollte. Welche Erfolge und Rückschläge die Weltraumforschung dabei zu verzeichnen hatte, beschreibt der NASA-Experte von Puttkamer im zweiten Teil des Buches. Dort wird deutlich, dass die Pendelfähre ins All, das Space Shuttle und die ISS nur die Vorstufen für ein noch ehrgeizigeres Projekt der Zukunft sind: die Erkundung des Mars. Dieses Buch besticht durch Fakten aus erster Hand, die in klarer Sprache verfasst sind und den Leser emotional in das Geschehen ziehen. Begleitet werden die Texte durch faszinierende Photos. „Abenteuer Apollo 11 – Von der Mondlandung zur Erkundung des Mars“ ist Zeitgeschichte aus erster Hand und ein gelungener Beitrag zum 40jährigen Jubiläum der ersten bemannten Mondlandung.
NACHGEFRAGT Herr von Puttkamer, was hat Sie bewogen, an der ZDF-Dokumentation mitzuarbeiten? Ich hatte vorher aufgrund von vielfältigen Erfahrungen berechtigte Zweifel am Interesse der deutschen Medien an der Raumfahrt. Ich wurde diesbezüglich oft enttäuscht. Es wurde vordergründig immer nur betont, die Raumfahrt sei viel zu teuer und zu gefährlich. Aber das Menschliche kam nie zur Sprache. In Interviews sollte ich immer rechtfertigen, wieso Deutschland nicht dabei ist. Ich sollte solche Fragen beantworten, die dieser Position den Rücken stärken würden. Das war polemisch. Und dann habe ich eines Tages Frau Werth vom ZDF in Cape Kennedy kennen gelernt. Da dachte ich nur „Donnerwetter – Es gibt auch andere Journalisten.“. So entstand die Idee, dass wir vielleicht einmal Menschen die in der Raumfahrt tätig sind, zu Wort kommen lassen, damit dadurch vielleicht etwas herübergetragen wird. Keine Politiker, keine Manager, sondern Menschen zeigen, die etwas tun, damit der Zuschauer sich eine objektive Meinung gegenüber der Raumfahrt bilden kann. Es ist eine Art „Graswurzelbewegung“ von Unten, um Sensibilität für dieses wichtige Thema zu erzeugen.
Was macht für Sie persönlich den Reiz der Raumfahrt aus? Ich stamme aus der Kriegsgeneration und sah als Kind das brennende München. Ich habe damals viel SF gelesen und dachte, dass es auch positive Zukunftsvisionen gibt und die hängen von einem selber ab. In jeder positiven Zukunftsvision kam die Raumfahrt vor. Die Raumfahrt war eine Systemöffnung. Das geschlossene System, die Box, in der wir sitzen, besteht aus Land, Wasser und Luft. Doch dieses System muss man öffnen, um nicht in Stagnation zu verfallen. Wir können uns weiter um unsere Kinder und die Umwelt kümmern, aber wir stagnieren geistig. So hat mir die Idee der Raumfahrt die geistige Befreiung gegeben. Es ist ganz simpel. Wenn ich die Tausenden Menschen sehe, die beim Shuttle Start vor Begeisterung jubeln, dann habe ich mich gefragt wieso. Das ist so, weil der Mensch darin einen Akt der Selbstbefreiung sieht. Heraus aus der ganzen Misere. Wir können es, wenn wir es nur wollen. Man sieht, es sind ja ganz normale Menschen, die da mitarbeiten, vielleicht später auch einmal meine Kinder. Da dachte ich mir, da muss ich einsteigen. Das gesamte Interview in der übernächsten Ausgabe
am 15. Juli 2009 |
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