COSMOKÖLNISTISCH - 01. Juli 2009
Ein Nachruf
Freitag morgen, ich schlage die Augen auf, meine
nächste Bewegung macht den Wecker aus und schaltet das Radio ein.
„Michael Jackson ist tot. Er wurde gestern mit Herzstillstand in die
Klinik eingeliefert. Die Ärzte versuchten drei Stunden, ihn wiederzubeleben,
mussten ihn dann aber für tot erklären.....“
Ich dachte erst, ich träume noch. Michael Jackson, die lebende Legende,
die mich seit Kindertagen begleitete. Die „coole Sau“, welche
die Welt erst mit unglaublichen Dance Hits in Atem hielt und später alle
Menschen zum Schmusen und Nachdenken brachte.
Ich wusste gar nicht, was ich fühlen sollte. Trauer? Nein. Dafür
hat er die letzten Jahre zu sehr gelitten. All die Anfeindungen, negativen
Schlagzeilen und seine Medikamentensucht und der damit verbundene schlechte
Gesundheitszustand. Eigentlich tat er mir lange Zeit nur noch leid. Ein Mann,
der mit seiner Musik die Welt eroberte, machte sich am laufenden Bande lächerlich.
Ich erinnere mich an die inszenierte Ehe mit der Tochter von Elvis Presley,
des „King of Rock´n´Roll“. Bereits da begann man stark
an dem Realitätsbezug von Jackson zu zweifeln. Schließlich konnte
die mediale Welt mit ansehen, wie er von einem schwarzen zu einem weißen
Mann wurde. Es folgte die baldige Trennung von Lisa Marie Presley und die
nächste Ehe mit der Krankenschwester Debbie Row, aus der zwei Kinder
resultierten. Aber auch mit diesen hilflosen Versuchen sein Image des Kinderschänders
aufzupolieren, konnte er die Sympathie der Medien nicht zurück gewinnen.
Bis heute ist nicht geklärt, ob er die Kinder sexuell missbrauchte oder
ob es einfach seine Spielkameraden waren. Würde mich jemand nach meiner
Meinung fragen, würde ich mutmaßen, dass Sexualität für
Jackson etwas nicht-existentes war. Sicher er war zwei mal verheiratet und
hat drei Kinder, aber ich glaube nicht, dass es seine eigenen Kinder sind.
Jackson wurde schon sehr früh seiner Kindheit beraubt und hat davon Zeit
seines Lebens einen irreparablen Schaden davongetragen. Ich glaube, Jackson
war geistig auf dem Stand eines sechsjährigen Kindes. Seine Entwicklung
stoppte an dem Zeitpunkt, an dem man ihm seine Kindheit raubte. Er war der
ewige Peter Pan, der mit allen Mitteln versuchte sich seine Kindheit zurückzuerobern.
Neverland konnte er sich bauen, einen Affen konnte er sich auf den Schoß
setzen, aber Freunde konnte er sich nicht kaufen. Ich glaube, er wollte sich
die verlorenen Jungs in sein Neverland holen, um Abenteuer zu erleben. Welches
kleine Kind will schon seine Kameraden sexuell missbrauchen? Aber ich mag
mich irren. 1 2