COSMOKÖLNISTISCH - 22. Juli 2009
Mr. Right
Sie wünschte sich einen Cocktail von beiden Männern,
vielleicht mit einem Schuss von Mel Gibson. Tja der hieße dann wohl
„Utopian Cocktail“, weil es das in unserer begrenzten Realität
leider nicht gibt.
Die Bücher und Artikel die ich zu diesem Thema las, sagten mir, dass
man sich von seiner Traumwelt verabschieden und realistisch denken sollte.
Auch wenn man sich zu Beginn einer neuen „Liebe“ glücklich
schätzt, endlich den richtigen gefunden zu haben, wird man bald von der
Realität eingeholt. Denn nach ca. vier Wochen platzt die rosa Seifenblase,
in der wir im Liebestaumel schwebten und wir landen auf dem harten Boden der
Realität. Da erhält man dann manchmal die Einsicht, dass der vermeintliche
Romeo auf einmal anmutet wie Hulk oder Gollum. Aber das sollte kein Grund
sein, sich zurück zu ziehen. Nein, man sollte sich vor Augen führen
welche Vorteile der Gegenüber immer noch hat und mit ihm darüber
offen reden, warum man sich zurück zieht. Denn um es ganz vereinfacht
zu sagen, suchen wir uns die Männer nach Wunschvorstellungen aus der
Kindheit aus. Sehnen wir uns beispielsweise nach Zärtlichkeit, die in
der Kindheit etwas zu kurz kam, dann geraten wir vielleicht an einen Mann
der zwar sehr zärtlich ist, aber das auch immer sein muss. Was ich damit
meine ist, dass dieser Mann leicht einen Hang zur Vereinnahmung hat und seine
Zärtlichkeit am liebsten 24 Stunden am Tag los werden würde. Mit
so was kann ein freiheitsgewöhnter Mensch schlecht umgehen.
Mr. Right ist also kein Brad Pitt-Verschnitt, der dazu noch so einfühlsam
wie die beste Freundin ist, sondern Mr. Right muss sich erst entwickeln. Nur
wenn sich beide Partner für das Herz des anderen öffnen können,
mit sich und dem anderen kommunizieren und arbeiten, kann eine Traum-Partnerschaft
entstehen.
Von unserem „Utopian Cocktail“ können wir also nur Träumen
und müssen uns vom gebackenen Traumprinz verabschieden, wie wir uns in
der Kindheit von dem Gedanken trennen mussten, jemals eine Prinzessin zu werden.
Das Motto lautet Geduld, viel Zeit und sich einzulassen. Also nicht gleich
weg zu rennen, wenn der ein oder andere Haken auftaucht. Die Liebe ist keine
Reise, bei der man ständig etwas anderes sucht, sondern sie ist ein Ankommen.
Ein Ankommen bei dem Menschen, mit dem man dann vielleicht die Reise des Lebens
bis ans Ziel verfolgen kann. 1 2
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