COSMOKÖLNISTISCH - 19. August 2009
Rose ohne Dornen
Sicherlich kennt Ihr alle noch das Märchen vom kleinen Prinzen. Ich habe es mir vor kurzem zu Gemüte geführt und diese eine Stelle ist mir besonders im Gedächtnis geblieben; Der Kleine Prinz sieht auf der Erde ein ganzes Feld mit Rosen und wird traurig. Er dachte, seine Rose sei einzigartig und nun sieht er, dass es 10.000 davon gibt. Doch dann begegnet er dem Fuchs, der ihn lehrt, wie man sich jemanden vertraut macht. Nach diesem Erlebnis sieht er die Rosen erneut und er triumphiert. Er dachte seine Rose sei nur eine unter vielen, doch nun merkt er, das seine Rose wirklich etwas besonderes ist. Denn es ist seine Rose. Er kennt sie mit all ihren schönen und weniger schönen Seiten. Sie ist eine Vertraute geworden und deshalb ist sie für ihn einzig in der Welt. All die Rosen auf dem Feld bedeuten im nichts, denn er braucht sie nicht und sie brauchen ihn ebenso wenig.
Welch eine schöne Allegorie für die Besonderheit von menschlichen Beziehungen. Aber worüber ich heute eigentlich schreiben möchte, ist, was mir danach in den Sinn kam. Denn ich lag so da und meine Gedanken begannen zu wandeln. Eine besondere Rose. Eine besondere Rose, die den kleinen Prinzen verliebt macht, indem sie ihn mit ihrer scheuen Eitelkeit kränkt. Eine Rose mit Dornen. Was wäre denn eine Rose ohne Dornen? Habt Ihr Euch das mal vorgestellt? Eine Rose ohne Dornen? Als ich es mir vorstellte, verlor die Rose einen großen Teil ihrer Schönheit. Es wäre eine banale Blume. Erst die Dornen machen sie zu dem was sie wirklich ist.
Ebenso wie beim Menschen. Erst seine Eigenheiten, seine Besonderheiten machen ihn wirklich einzigartig. Wer ist es, der uns im Gedächtnis bleibt? Nehmen wir das Beispiel der Promis. Deren beste publicity sind deren soziale Ausrutscher. Was sieht man immer wieder in Klatschzeitschriften und Magazinen? Britney Spears schneidet sich eine Glatze und nimmt Drogen, Mel Gibson prügelt sich und fährt betrunken Auto. Selbst Paris Hilton wurde erst richtig berühmt, als ihr Porno mit Ihrem Ex publik wurde. Ein Mensch, der immer nur Idealstandard ist, bleibt nirgendwo hängen. Ein guter Freund hat einmal zu mir gesagt: „Du bist kein Zäpfchen!“ Nachdem ich ihn mehr als fragend ansah meinte er: „Du gehst nicht locker in den Arsch.“ Auf den 2. Blick habe ich das als Kompliment aufgefasst. Schließlich meinte er damit, dass man mich nicht mehr so schnell vergisst. Natürlich kann er auch gemeint haben, dass man mich nicht vergisst weil ich nervig oder unausstehlich war. 1 2
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