COSMOKÖLNISTISCH - 02. September 2009

Der Duft nach Winter

Sollte diese Stimmung aber länger anhalten, die Isolation immer weiter fortschreiten, ist es nicht mehr nur eine Laune. Sehr schnell ist die Realität weit weg und man fühlt sich nicht stark genug, um alleine zurück ins Leben zu finden. Diese Depression zu überwinden bedeutet einen ungeheuren Kraftaufwand. Kein Mensch kann das verstehen, wenn er selbst noch nicht daran gelitten hat. Es bringt nichts, diesen Zustand runter zu spielen. Es wird schlimmer werden, da führt kein Weg daran vorbei.
Sicher ist die Depression eine Wohlstandskrankheit. Aber das heißt nicht, dass sie nicht trotzdem eine dramatische Krankheit ist. Weltweit sind 340 Millionen Menschen an einer Depression erkrankt, wobei die Dunkelziffer um einiges höher sein dürfte. Von diesen Depressionspatienten begehen 10- 15% Selbstmord. 51 Millionen Menschen also von diesen Erkrankten sterben mutmaßlich an dieser Krankheit.
Nachdem Sigmund Freud die Psychoanalyse eingeführt hat und somit die Anerkennung von psychischen Krankheiten revolutioniert hat, ist es für uns heute einfacher geworden, eine psychische Krankheit anzuerkennen. Aber selbstverständlich ist es noch lange nicht. Viele Vorurteile kursieren weiterhin in der Gesellschaft und für viele ist ein Mensch, der schon einmal beim Psychologen war ein Bekloppter. Am besten sieht man das am Beispiel Versicherungen. Will man eine Lebensversicherung abschließen, darf man nicht in psychologischer Behandlung gewesen sein. Und ich denke, dass das nur ein Beispiel von vielen ist. In dieser Gesellschaft ist es nicht gut eine Psyche zu haben. Vor allem wenn die auch mal schwach ist. Aber jeder Mensch besitzt eine Psyche und man sollte gut mit ihr umgehen. Tut man das nicht, erhält man früher oder später die Rechnung dafür.
So gelange ich vom duftenden Winter zur Depression. Wenn man das so liest, eigentlich kein weiter Weg. Für viele ist er hoffentlich unendlich weit weg. Und für jene, für die er greifbar ist, möchte ich sagen, dass es ein Danach gibt. Dieses graue Tal der Tränen ist nicht das Ende. Es ist nur ein Hinweis auf einen anderen Anfang. 1 2 3

 

 

a