COSMOKÖLNISTISCH - 14. Oktober 2009

Der Scheinriese

In Zeiten wie diesen, in welchen ein Volk weniger zu sagen hat, als einige wenige der Obrigkeit. In welcher die Geldgier über das Wohlergehen des Volkes geht, neigt man dazu sich als Bürger wirklich klein und nichtig zu fühlen. Welchen Wert hat es, wenn ich mich aufrege über die Staatsgewalten? Warum sollte Politik mich interessieren, wenn meine Stimme nur einmal alle vier Jahre verlangt wird? Ansonsten wird Politik doch nur von der Wirtschaft diktiert und meine Belange und die aller anderen verschwinden im Off. Was bringt es also mich darüber aufzuregen, dass der Staat korrupt und ausschließlich Macht- und Geldgeil ist?
Ich weiß nicht wie es Euch geht, aber mich macht dieses Thema immer dann fertig, wenn ich beginne darüber nachzudenken. Menschen die Steuern hinterziehen erwartet ein lebenslängliches Strafmaß. Sicherlich ist das kein Kavaliersdelikt. Vor allem nicht dann, wenn Millionen an der Steuer vorbei verdient werden.
Aber ein Beispiel: Wenn ein Unternehmen Konkurs geht, muss es in jedem Fall all seine Steuern abführen. Und das bevor die Angestellten ihren Lohn erhalten haben. Auch wenn der Lohn noch für Monate aussteht. Wenn das nicht geschieht, droht dem Unternehmer Haftstrafe. Ist das soziales Staatsverhalten? Und das ist sicherlich ein nichtiges Problem in diesem Staat.
Aber was ist mit Menschen, die andere Menschen quälen, sie vergewaltigen oder ihnen sonstige Gräueltaten antun?
Eine gute Freundin von mir hatte große Probleme mit einem Ex-Freund. Er konnte sie nicht in Ruhe lassen. Er stand nachts vor ihrer Tür und schrie, dass sie ihn endlich rein lassen sollte und was sie für eine verhurte Schlampe sei. Als sie darauf nicht mehr reagierte, begann er sie über das Telefon zu terrorisieren. Er rief tagelang minütlich an und schickte ihr Sms, in denen er ihr drohte. Sie traute sich später kaum noch alleine nach hause. Als sie es nicht mehr aushielt, zeigte sie ihn bei der Polizei an. Nach über vier Wochen rief eine Polizistin bei ihr an und fragte sie, ob sie glaubte, dass besagter Ex-Freund zum Verhör erscheinen würde. Natürlich wusste sie das nicht. Er erschien natürlich nicht und so wurde das Verfahren eingestellt, mit dem Grund, dass bereits eine Strafe gegen selbigen vorläge, welche ein höheres Strafmaß zur Folge hätte.
Gut er würde wohl bestraft werden, aber eben nur für die Strafe, die am höchsten wiegt. 1 2 3

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