COSMOKÖLNISTISCH - 25. November 2009
Proteste
Zum 2. Mal seit der der Studienreform gehen die Studenten auf die Barrikaden. Diesmal um auf die Missstände der reformierten Studiengänge, die Bologna Reform aufmerksam zu machen.
Die Protestierenden deklamieren die überlasteten
Studiengängen, soziale Ungleichheiten im Bildungssystem, chronische Unterfinanzierung
der Unis sowie Mängeln bei der Umstellung auf Bachelor- und Master-Abschlüsse.
Tom Amir, seines Zeichens Philosophie Student an der Ludwig-Maximilians- Universität
in München und Sprecher der Studenten, sagt dazu sehr präzise:
„Die ganze Reform produziert im Grunde Fachidioten, die vielleicht den
Ansprüchen der Wirtschaft zum aktuellen Zeitpunkt genügen, die letztendlich
aber kaum fähig sein werden, neue Ideen und neue kreative Ansätze
zu finden - damit entsteht ein großer gesellschaftlicher Schaden.“
(Tagesschau.de)
Harte Worte aber ich möchte im Folgenden zeigen, dass diese Haltung
ganz und gar nicht verfehlt ist.
Nehmen wir die zwei Hauptziele der Bologna- Reform. Die internationale Konkurrenzfähigkeit
und Mobilität sind eindeutig verfehlt worden. Studiengänge die internationales
Ansehen genossen, sind durch Studiengänge ersetzt worden, die hochgradig
verschult seien und die es in dieser Form in anderen wirtschaftlich interessanten
Ländern gar nicht gibt. Das man mit den neuen Abschlüssen also leichter
auf eine andere Uni wechseln kann ist und bleibt ein Trugschluss. Denn die
Abschlüsse sind nicht kompatibel und werden nicht ohne weiteres anerkannt.
Was aber wohl die größte Verhöhnung ist, das nicht jeder der
einen Bachelor macht auch in jedem Fall einen Master dranhängen kann.
Da hier kein Rechtsanspruch besteht. Alle die sich mit einem Bachelor zufrieden
geben müssen, müssen also darauf hoffen, dass die Wirtschaft hält
was sie versprochen hat und die halbuniversitären Studenten einstellt.
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