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[ REC]² [ REC] ² setzt die Erfolgsgeschichte von [ REC] fort. Das Resultat ist ein packender Horror-Film, der den Zuschauer an die Grenzen des Erträglichen führt und neue Maßstäbe setzt.
Bewegliche Videoquellen sind sicher nicht jedermanns Sache. Doch sie bieten für Filmemacher die große Möglichkeit, den Zuschauer in das Geschehen hineinzuziehen. Das funktioniert besonders bei gut bei Horror-Filmen. Man denke nur an „Cloverfield“ oder „The Blairwitch Project“. Dieser Film ist der kommerzielle Ausgangspunkt dieses Genres. In [ REC] ² wird dieses Prinzip nun perfektioniert und das Grauen für den Zuschauer nochmals gesteigert. Dabei machen sich die beiden spanischen Regisseure Jaume Balaguero, Paco Plaza es sich zur Aufgabe, den Zuschauer keine Sekunde zur Ruhe kommen zu lassen. Nach dem Überraschungserfolg von [ REC] schließt [ REC] ² unmittelbar an das Ende des Vorgängerfilms an. Das unter Quarantäne stehende Gebäude in Barcelona erhält dieses Mal Besuch von gleich drei unterschiedlichen Gruppen. Ein vierköpfiges SWAT-Team unter der Leitung des Wissenschaftlers Owen dringt in das Gebäude ein. Owen weiß anscheinend ganz genau wonach er sucht und leitet seine Beschützer in eine Dachgeschoss-wohnung. Alsbald werden sie angegriffen und der SWAT-Leiter entscheidet sich für einen kontrollierten Rückzug. Doch da hat er die Rechung ohne Owen gemacht, ohne dessen Erlaubnis keiner das Gebäude verlassen darf. Neben den offiziellen Besuchern schaffen es noch drei Jugendliche über einen Kanalisationsschacht in das Gebäude einzudringen. Bald begegnen sie einem Feuerwehrmann und einem verzweifelten Vater, der seine Familie retten möchte. Auch sie müssen feststellen, dass ein Verlassen des Gebäudes nicht möglich ist. Die Infizierten setzen den Gesunden heftig zu und so mancher Gesunder wechselt ins Lager der Infizierten. Wobei die Inkubationszeit extrem kurz ausfällt.
In der Folge werden nun die die verschiedenen Handlungsstränge geschickt, kreisförmig miteinander verwoben. In der Mitte des Films beginnt die Geschichte wieder von vorn, nur mit anderen Protagonisten. Personell unterbesetzt und unprofessionell gibt sich die Beschützereinheit, die man zwar mit teurem Equipment ausgestattet hat, auf deren Spezial-Aufbildung aber anscheinend verzichtet wurde. Bewegliche Licht- und Videoquellen sind nicht jedermanns Sache. Hier tragen sie enorm zur Schaffung von Atmosphäre und damit zu Erhöhung der Spannung bei. Es entsteht eine Kamera- und Bildästhetik, die man sonst nur aus Krisengebieten kennt.
Der Krieg gegen die Zombies, gegen die Infizierten als Krieg gegen eine unbekannte Macht. Der nicht greifbare Krieg gegen den Terror wird im Kino zu einer sinnlosen Schlacht gegen Mächte, deren Wirken wir nicht durchschauen und deren Ende nicht absehbar ist. Bezeichnend ist in diesem Zusammenhang, dass die Fronten zwischen Gut und Böse zunehmend verschwinden. Es zählt nur der Erfolg, Menschenleben zählen da wenig. An manchen Stellen verfangen sich die Filmemacher in Klischees und zeigen zuviel und verlassen sich zuwenig auf die menschliche Phantasie. Die Fortsetzung kann überzeugen und schlägt die Ausgangsgeschichte um Längen. Regie und Schauspieler leisten ausgezeichnete Arbeit und es bleibt zu hoffen, dass den Machern ihre Kreativität nicht ausgeht und es zu Fortsetzungen auf diesem hohen Niveau kommt. Richard-Heinrich Tarenz
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