09.02.2011 | JAHRGANG 20 | Nr. 23

Oliver Sacks gilt als Meister seines Fachs. Der Professor für Neurologie und Psychiatrie mit Wohnsitz New York ist Autor zahlreicher Bücher und beschreibt in seinem neuen Buch „Das innere Auge“ außergewöhnliche Fallgeschichten aus seiner langen Karriere.

Mit seinem 1985 veröffentlichtem Buch „Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte“, erlang Oliver Sacks weltweiten Ruhm. Der Professor für Neurologie und Psychiatrie aus New York beschrieb darin kaum beachtete neurologische Krankheitsbilder. Zahlreiche Bücher folgten. Die Stärke von Oliver Sacks liegt in der Anteilnahme am Schicksal seiner Patienten und durch sein Talent, medizinische Zusammenhänge einem breiten Publikum verständlich zu vermitteln. Mit seinem neuen Buch „Das innere Auge“ setzt Oliver Sack diese Tradition fort und beschreibt neue außergewöhnliche Patienten-geschichten. In "Vom Blatt spielen" beschreibt er das berührende Schicksal der Pianistin Lilian Kallir, die Noten zwar sehen, aber ihre Bedeutung nicht mehr lesen konnte.

Dabei gehen die Beschreibungen des Autors über eine bloße Beschreibung einer Erkrankung hinaus und zeigen die Strategien der Betroffenen auf, um trotz ihrer Behinderung weiter ihren Beruf ausüben zu können. Dabei leidet Oliver Sacks selber unter einer seltenen Wahrnehmungsschwäche, der Prosopagnosie. Er ist gesichtsblind und kann sich räumlich nur schwer orientieren. So fließen in seine Betrachtungen auch eigene Erfahrungen ein. Er kann die Ängste, Schmerzen und die Hilflosigkeit der Betroffenen aus eigener Erfahrung hautnah beschreiben. Im abschließenden Kapitel untersucht der Autor schließlich den Einfluss der Erinnerung auf die visuelle Vorstellung und die Prägung unseres Gehirns durch Erfahrung.


Das innere Auge:
Neue Fallgeschichten

Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
Verlag: Rowohlt
VÖ: 15. Januar 2011
ISBN-13: 978-3498064082

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