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In seinem Buch verknüpft Peter Scholl-Latour seine sechzigjährige Erfahrung als Chronist des Weltgeschehens mit aktuellen Eindrücken seiner jüngsten Reisen nach Nordafrika und Nahost. Das Jahr 2011 war geprägt vom so genannten „arabischen Frühling“, der weite Teile der arabischen Welt erfasst hat und dort für den Sturz einiger Regierungen gesorgt hat und die Region in Aufruhr versetzt hat. Doch nicht alle Hoffnungen wurden erfüllt. In Ägypten, wo auf dem Tahrir-Paltz eine fortschrittliche Jugend die Revolution machte und den Diktator Mubarak zum Rücktritt brachte, herrscht nun das Militär, von dem vermutet werden kann, dass es hinter den blutigen Zusammenstößen zwischen Muslimen, Kopten und sogenannten „Sicherheitskräften“ steckte, bei denen 26 Menschen den Tod fanden. Freie Wahlen gab es hingegen in Tunesien, die ersten seit 1956. Dort wurde die islamistische Partei Ennahda zur größten Partei. In Libyen ist das Land nach dem gewaltsamen Tod Gaddafis zerrissen und gespalten und es ist sehr ungewiss, was aus den vielen bewaffneten Milizen wird, und welche Rolle der Islam dort zukünftig spielen wird. Peter Scholl-Latour gilt als großer Kenner dieser Region. Auch er ist skeptisch und zurückhaltend in Bezug den „Aufruhr an der Schwelle Europas“. Er ist es, weil er die arabischen und orientalischen Länder kennt, ihre Geschichte und ihre Widersprüche, ihre Kultur und ihre Religion, den Islam. Er hat seiner Sammlung von Berichten aus den Ländern Arabiens aus den letzten Jahren den Titel gegeben „Arabiens Stunde der Wahrheit“. Mit all seiner Erfahrung und seinem kritischen Blick, erklärt er das Geschehen der „Arabellion“ in den verschiedenen Ländern aus seinem jeweiligen historischen und kulturellen Zusammenhang. In den aktuellen, für dieses Buch noch im September 2011 geschriebenen Texten wird deutlich, dass er die allgemeine Euphorie über den arabischen Frühling nicht teilen kann und auch warum.
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