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Anfang November haben wir uns für euch die Prima Vista Lesung, präsentiert von der Lauscherlounge, angeschaut, oder viel mehr angehört. Hier bringt das Publikum die Texte mit und zwei bekannte Sprecher lesen sie, fertig ist das abendfüllende Unterhaltungsprogramm. INHALT Am 5. November gab es in Köln die immer beliebter werdende „Prima Vista Lesung“ mit den beiden Künstlern David Nathan und Simon Jäger. Wem die Namen nichts sagen, sollte an Jonny Depp und Matt Damon denken, besser an deren deutsche Stimmen. Für das Publikum gibt es keine Regeln bezüglich der Texte, sie dürfen nur nicht mehr als 15 Minuten Zeit in Anspruch nehmen. Hört sich chaotisch an? Das ist es auch! Es ist eigentlich egal, was das Publikum mitbringt, es kann eine Ebay-Anzeige, ein Kinderbuch, Erotikgeschichten, ein eigenes Werk, Weihnachtswunschzettel, „Deine Mutter“-Witze oder aber auch ein klassisches Buch sein. Die beiden Künstler bekommen vorab keine Zeit, sich die mitgebrachten Werke anzusehen, sondern erfahren erst beim Lesen, was sie sich da aus dem nicht immer anspruchsvollen Werken herausgepickt haben. An diesem Abend starteten die beiden Herren, nachdem sie sich Wein eingeschenkt und je eine Zigarette angezündet hatten, mit einem Kinderbuch in dem es um 10 kleine Pinguine ging. Seichte Kost mag man jetzt denken. Dies dachten David und Simon wohl auch und so schlug der Abend doch eine sehr starke Mischung aus Fäkalhumor und stark sexuell angehauchter Geschichten ein. Da es an diesem Abend im Vergleich zu vorherigen Prima Vista Lesungen nur wenige Texte mit mehreren Sprechrollen gab, lasen die beiden ein Stück gleichzeitig. Da David und Simon jedoch erst einen gemeinsamen Rhythmus finden mussten, hat das gesamte Publikum im Artheater den Takt geschnipst. Richtig, mit den Fingern, gefühlte 200 Leute. Dies führte dann spontan dazu, dass Simon und David die Texte „rappten“.
Es ist wirklich faszinierend, wie sich die beiden von einer auf die nächste Sekunde auf neue Texte einlassen und diese ohne Probleme vorlesen. Ganz klar, die beiden verstehen ihren Job. Das Publikum kam wirklich auf seine Kosten. Tränen wurden gelacht, als es um eine angeblich wahre Geschichte eines schwulen Pärchens ging. Anspielungen wurden den ganzen Abend an passenden Stellen eingeworfen und auch die Sprecher lachten nicht minder, als das Publikum. Wer jetzt neugierig geworden ist, sollte sich unbedingt auf der Seite der Lauscherlounge umsehen. Neben der Prima Vista Lesung finden auch regelmäßig in verschiedenen Städten Deutschlands Live Hörspiele statt, die ebenfalls sehr hörenswert sind. Der Eintritt liegt zwischen 9 und 12 Euro, das geht für die gebotene Unterhaltung vollkommen in Ordnung. Dafür bekommt der Zuhörer/-schauer ein tolles Programm geboten. Oliver Rohrbeck ist selber eigentlich auch immer dabei, so dass auch Fans der „drei???“ einen Blick auf die Stimme von Justus erhaschen können. Zum Schluss noch ein paar Informationen über die Entstehung der Lauscherlounge. Neben Oliver gründete 2003 noch der Kaufmann Kai Schenker und der Radiomacher Grischa Sedelke die Lauscherlounge. Ihr Ziel war es, dem Berliner Publikum Hörveranstaltungen live anzubieten. Das ganze sollte zudem im kleinen Rahmen ablaufen. Es folgten Veranstaltungen, bei denen bis zu 1.400 Besucher erschienen, was den kleinen Rahmen dann wohl doch sprengte. Durch den Erfolg festigten sich dann Zusammenarbeiten mit anderen Künstlern und Komponisten oder Geräuschemachern. Inzwischen umfasst das Team knapp 20 Mitarbeiter Zudem bietet die Lauscherlounge selbst produzierte Hörspiele
an, die ebenfalls an großer Beliebtheit gewinnen und namhafte
Sprecher an Bord haben. Detlev Bierstedt (Georg Clooney) ist nur einer
der Größen, die zu hören sind. Es bleibt spannend,
wie der Trend weiter geht, wir bleiben sicher dran!
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