Vor
dem pulsierenden Hintergrund einer von den 1960er Jahren inspirierten,
retro-futuristischen Welt stellt Marvel Studios' THE FANTASTIC FOUR:
FIRST STEPS Marvels erste Familie vor – Reed Richards/Mr. Fantastic,
Sue Storm/Die Unsichtbare, Johnny Storm/Die menschliche Fackel und
Ben Grimm/Das Ding - die sich ihrer bisher größten Herausforderung
stellen muss.
Reed
Richards aka Mister Fantastic (Pedro Pascal), Sue Storm aka Invisible
Woman (Vanessa Kirby), Johnny Storm aka Human Torch (Joseph Quinn)
und Ben Grimm aka The Thing (Ebon Moss-Bachrach) sind allesamt als
Superheld*innen mit außergewöhnlichen Kräften ausgestattet
und gewissermaßen eine große Familie. Doch genau diese
Familienbande wird auf ihre bisher größte Probe gestellt,
als der mysteriöse Weltraumgott Galactus (Ralph Ineson) auf den
Plan tritt, der es auf die Erde abgesehen hat. Partner in Crime von
Galactus ist dabei Silver Surfer (Julia Garner), die ihm dabei helfen
soll, dem Planeten und allem Leben darauf den Garaus zu machen. Darüber
hinaus werden die Fantastic Four auch mit sich selbst und den Differenzen
untereinander konfrontiert. Die müssen natürlich erst mal
überwunden werden, bevor die fantastische Familie Galactus und
Silver Surfer wirklich geschlossen entgegentreten kann.
Am 31. Oktober erscheint mit „The Fantastic
Four: First Steps“ das lang ersehnte Reboot des ikonischen Superhelden-Quartetts
für das Heimkino. Regisseur Matt Shakman wagt mit diesem Film
eine bemerkenswerte Abkehr von der konventionellen Erzählweise,
indem er das Publikum nicht mit einer klassischen Entstehungsgeschichte,
sondern mit dem Gefühl einer bereits etablierten Welt konfrontiert.
Dieser mutige Ansatz ist zugleich die größte Stärke
und Schwäche des Films, der sich als erfrischend unkonventionelles
Stück in Marvels jüngster Historie präsentiert. Trotz
seiner narrativen Stolpersteine gelingt es dem Film, eine einzigartige
Ästhetik und einen intimen emotionalen Kern zu etablieren, die
ihn zu einem vielversprechenden „ersten Schritt“ machen.
„The Fantastic Four: First Steps“ wirft den Zuschauer
direkt ins Geschehen. Anstatt die bekannten Ursprünge der vier
Helden – Reed Richards, Sue Storm, Ben Grimm und Johnny Storm
- ausführlich zu erzählen, wird ihre Verwandlung durch kosmische
Strahlen in die Beschützer von Earth-828 in einem schnellen Abriss
zusammengefasst.
Diese
narrative Aussparung mag zunächst irritieren, entpuppt sich jedoch
als kühner Schachzug, der den Film von den üblichen Superhelden-Erzählmustern
abhebt. Statt sich im Vorhersehbaren zu verfangen, tauchen wir sofort
in eine voll ausgeprägte Welt des Retro-Futurismus ein, die mit
ihrer taktilen und stilisierten Ästhetik eine immense Freude
bereitet. Der Film etabliert sich schnell als eine Art Superhelden-Familiensitcom,
die an die Dynamik der originalen Comics anknüpft. Das Ensemble,
angeführt von Pascal und Kirby als Superhelden-Vorzeigepaar und
ergänzt durch Moss-Bachrach und Quinn als humorvolle, spielerische
Reibungspunkte, erzeugt eine lebendige Dynamik. Doch diese häusliche
Idylle wird abrupt unterbrochen, als der mysteriöse Silver Surfer
auftaucht und die baldige Ankunft des planetenverzehrenden Galactus
verkündet. Der rasante Wechsel von familiärer Routine zu
kosmischer Bedrohung mag holprig wirken, doch er dient als Katalysator
für das eigentliche Herzstück des Films. Die Inszenierung
findet eine sehr gute Balance zwischen der vertrauten Ikonografie
der Charaktere und einer frischen Neuausrichtung. Die Charaktere mögen
in ihrer Einführung noch nicht vollständig ausgeleuchtet
sein, doch die Darstellerleistungen – insbesondere die von Ebon
Moss-Bachrach, der in seiner Rolle brilliert – und die überzeugende
Ästhetik der Welt füllen diese Lücken aus. Am bemerkenswertesten
ist jedoch, dass der Film ein spürbares Interesse daran hat,
eine eigene ästhetische und thematische Sensibilität zu
schaffen, die sich von den Fesseln eines ausgedehnten filmischen Universums
löst. Was „The Fantastic Four: First Steps“ von anderen
Superheldenfilmen abhebt, ist sein Kern als Familiendrama, das sich
als Superheldenfilm tarnt. Der Film beginnt mit der freudigen Nachricht
von Sues Schwangerschaft und begleitet die Familie bei ihren Vorbereitungen
und Ängsten vor der Ankunft des Babys.
Diese intime Ausgangssituation erfährt eine kosmische Ausweitung,
als Galactus der Familie ein unmögliches Angebot macht: das Überleben
der Erde im Austausch für ihr ungeborenes Kind. In diesem Moment,
in dem das Familiendrama und die kosmische Bedrohung ineinandergreifen,
entfaltet sich die wahre Tiefe des Films. Reeds Figur, die zunächst
als Archetyp des intelligenten, unerschütterlichen Superhelden
erscheint, wird zutiefst menschlich. Er ist der Mann, der alles berechnen
und kontrollieren kann, aber plötzlich mit der unberechenbaren
Realität der Vaterschaft konfrontiert wird. Das Angebot von Galactus
ist nicht nur eine schreckliche Wahl, sondern eine Metapher für
die Elternschaft selbst: Das Wunder eines Kindes geht einher mit der
lähmenden Angst, alles zu verlieren. Die im Film gestellte Frage
– „Was ist diese Angst, wenn nicht die Vorstellung, seine
ganze Welt zu verlieren?“ – hebt die Einsätze auf
eine zutiefst menschliche und universelle Ebene. „The Fantastic
Four: First Steps“ ist ein erfrischend unkonventioneller Superheldenfilm.
Er mag mit seinen erzählerischen Sprüngen und der schnellen
Einführung in seine Welt zuweilen holprig sein. Doch diese „ersten
Schritte“ sind die einer Produktion, die sich traut, anders
zu sein, und die ein tiefes Interesse daran hat, eine einzigartige
Identität zu schaffen. Die Verwandlung des kosmischen Dramas
in ein intimes Familiendrama und die Betonung der menschlichen, emotionalen
Einsätze machen ihn zu einem bemerkenswerten Beitrag in der Superheldenlandschaft.
Die einzelnen Elemente des Films – von der herausragenden Besetzung
bis zur stilvollen Ästhetik und dem überraschenden emotionalen
Kern – sind für sich genommen exzellent. Obwohl sie nicht
immer zu einem vollends harmonischen Ganzen verschmelzen, weisen sie
den Weg für eine vielversprechende neue Ära. „The
Fantastic Four: First Steps“ ist ein mutiger, origineller und
letztlich zutiefst berührender Film, der hoffnungsvolle Anzeichen
für das Franchise setzt und beweist, dass die größten
Geschichten die sind, die unser Innerstes berühren.
THE FANTASTIC FOUR: FIRST STEPS erscheint am
31. Oktober 2025 als DVD, Blu-ray, UHD und als limitiertes 4K UHD+BD
Steelbook. Die Blu-ray- und 4K UHD-Versionen liefern exklusives und
sehr umfanmgreiches Bonusmaterial. Mit „Spider-Man: Brand New
Day“ startet 31. Juli 2026 der nächste MCU-Film in den
Kinos.
THE FANTASTIC FOUR: FIRST STEPS
ET:
31.10.25: DVD, Blu-ray, UHD und als limitiertes 4K UHD+BD Steelbook
| FSK 12
R: Matt Shakman | D: Pedro Pascal, Vanessa Kirby, Joseph Quinn
USA 2025 | LEONINE