Die
temperamentvolle Heidi lebt bei ihrem grummeligen Großvater
Alm-Öhi in einer zurückgezogenen Berghütte in den Schweizer
Alpen. Heidi hat Ferien und wünscht sich nichts sehnlicher, als
ihre Freundin Clara beim Urlaub an der Ostsee zu besuchen. Doch der
Fund eines einsamen und verletzten Luchs-Kätzchens ändert
ihre Pläne: Das Luchs-Junge muss dringend zurück in die
Berge zu seiner Familie! Ohne Großvaters Wissen kümmert
sich Heidi liebevoll um ihren neuen kleinen Freund.
Die
lebhafte Heidi verbringt die Ferien in der idyllischen Berghütte
ihres Großvaters, dem Alm-Öhi, in den Schweizer Alpen.
Eigentlich träumt sie davon, ihre Freundin Clara an der Ostsee
zu besuchen. Doch ein unerwarteter Fund ändert alles: Heidi entdeckt
ein verletztes Luchs-Junges, das dringend zurück zu seiner Familie
in die Berge muss. Heimlich kümmert sie sich um das Tier und
schmiedet Pläne, wie sie ihm helfen kann, ohne ihren Großvater
einzuweihen. Doch die Harmonie der Berglandschaft wird durch den rücksichtslosen
Geschäftsmann Schnaittinger (Max Giermann) bedroht. Er plant,
ein Sägewerk zu bauen und stellt Fallen, die nicht nur den Luchsen,
sondern auch der Natur schaden könnten. Gemeinsam mit ihrem Freund
Peter nimmt Heidi den Kampf auf. Sie setzt alles daran, das Luchs-Junge
zu retten, die Dorfgemeinschaft zu vereinen und die Schönheit
ihrer Heimat vor der Zerstörung zu bewahren.
Der Animationsfilm "Heidi – Die
Legende vom Luchs", eine deutsch-spanisch-belgische Koproduktion
unter der Regie von Tobias Schwarz, nimmt die zeitlose Figur der Johanna
Spyri und bettet sie in ein Abenteuer ein, das sowohl die vertrauten
Alpenpanoramen ehrt als auch unerwartet aktuelle Themen streift. Das
Werk präsentiert sich als visuell ansprechendes Familienkino,
das Kindheitsträume von Freiheit und Natur mit einer Geschichte
von ökologischer Verantwortung verknüpft. Während der
Film in seinen Stärken überzeugt, weist er zugleich die
Herausforderungen auf, die entstehen, wenn man eine geliebte Vorlage
mit neuen, bedeutungsvollen Schichten versehen möchte. Die Erzählung
von "Heidi – Die Legende vom Luchs" führt die
Zuschauer zurück in die Schweizer Alpen, wo die achtjährige
Heidi mit ihrem Großvater und ihren tierischen Freunden lebt.
Doch die Idylle wird gestört, als Luchse in der Nähe der
menschlichen Siedlungen auftauchen und für Unruhe sorgen. Die
Geschichte nimmt hier eine überraschend zeitgenössische
Wendung: Drehbuchautor Rob Sprackling verwebt geschickt die Problematik
der Luchse mit der Notwendigkeit des Naturschutzes und den Konflikten,
die entstehen, wenn Wildtiere in den Lebensraum des Menschen vordringen.
Dabei wird subtil angedeutet, dass die Tiere nur aus der Not heraus,
aufgrund der Zerstörung ihres ursprünglichen Lebensraumes
durch rücksichtslose Profitgier, die Nähe der Menschen suchen.
Diese Thematisierung der Naturzerstörung und ihrer Konsequenzen
verleiht dem Film eine unerwartete Relevanz und einen nachdenklichen
Unterton, ohne dabei zu didaktisch zu wirken. Die zentrale Figur,
Heidi selbst, hat seit ihrer literarischen Geburt nichts von ihrem
Identifikationspotenzial eingebüßt. Sie verkörpert
nicht nur kindliche Unschuld, sondern auch eine bewundernswerte Mischung
aus Mut, Klugheit und Empathie.
Heidi
lässt sich vom Filmbösewicht nicht einschüchtern und
ist die treibende Kraft, die nicht nur die Geheimnisse rund um die
Luchse lüften, sondern auch die Spannungen zwischen Mensch und
Natur zu überwinden versucht. Ihr Großvater, der Alm-Öhi,
wird ebenfalls facettenreich dargestellt: anfänglich grantig,
entpuppt er sich als ein Senior von großer Tatkraft und Weitsicht,
der sich nicht leichtfertig überlisten lässt und im spannungsreichen
letzten Filmviertel eine entscheidende Rolle spielt. Das Animationswerk
ist optisch ansprechend gestaltet. Die computergenerierten Landschaftskulissen
und Bergpanoramen sind kinotauglich und fangen die Majestät der
Alpenwelt eindrucksvoll ein. Man spürt die jahrelange Berufserfahrung
von Regisseur Tobias Schwarz, der zuvor unter anderem an namhaften
Produktionen wie "Anastasia" und "Tarzan II" mitwirkte.
Seine Expertise ist in der visuellen Umsetzung spürbar und trägt
maßgeblich zur immersiven Wirkung bei.
Auch der Humor kommt in "Heidi –
Die Legende vom Luchs" nicht zu kurz. Peters vorwitziges Zicklein
Rübli sorgt mit seinen Auftritten für charmante Auflockerung
und der gemütliche Bernhardiner Joseph des Alm-Öhis hat
ebenfalls seine Momente, die das Publikum schmunzeln lassen. Die deutsche
Synchronisation ist von hoher Qualität und trägt maßgeblich
dazu bei, dass die Charaktere lebendig und authentisch wirken. Jedoch
birgt die Kombination aus vertrauter Heidi-Geschichte und neuen, komplexen
Themen auch eine gewisse Herausforderung. Die Einbindung der ökologischen
Problematik ist zwar lobenswert, könnte aber für sehr junge
Zuschauer stellenweise zu abstrakt sein. Gleichzeitig mag die klassische
Abenteuerstruktur für ein älteres Publikum, das anspruchsvollere
Animationsfilme gewohnt ist, stellenweise vorhersehbar wirken. Die
Balance zwischen Unterhaltung und didaktischem Anspruch ist zwar gut
gemeistert, erreicht aber nicht immer die tiefergehende Vielschichtigkeit,
die das Genre in seinen besten Momenten zu bieten hat.
HEIDI – DIE LEGENDE VOM LUCHS
ET:
14.11.25: DVD und digital | FSK 0
R: Tobias Schwarz | Animationsfilm
Deutschland, Belgien, Spanien 2025 | LEONINE