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DVD & BLU-RAY | 14.01.2026

UNDER THE STARS

„Under the Stars“ beschwört mit sanfter Eleganz die verlorene Kunst der romantischen Komödie jenseits von Ironie und Überzeichnung. Zwischen apulischer Landschaft, narrativer Vertrautheit und nuancierten Figurenentwürfen entfaltet der Film ein Plädoyer für das Gefühl als kinotaugliche Erfahrung. Ein leiser, aber nachhaltiger Beweis dafür, dass romantisches Kino auch im Heimkino seine ästhetische und emotionale Notwendigkeit behaupten kann.

von Franziska Keil


© VUELTA

„Under the Stars“ erweist sich als ein Werk, das mit wohltuender Selbstverständlichkeit an eine fast vergessene Tradition des romantischen Kinos anknüpft: jenes mittleren Budgets, das nicht auf formale Revolutionen aus ist, sondern auf Atmosphäre, Figurenchemie und die stille Verführungskraft eines sorgfältig komponierten Schauplatzes. In einer Zeit, in der das Genre der romantischen Komödie zunehmend in die Randzonen des Streaming-Marktes verdrängt wurde, wirkt Michelle Danners Film wie ein bewusst entschleunigter Gegenentwurf – ein Plädoyer für das Gefühl, für das Erzählen und für die Schönheit des scheinbar Vertrauten. Ab dem 15. Januar ist dieser Film nun auch auf DVD für das Heimkino verfügbar und entfaltet gerade dort seine leise, nachhaltige Wirkung. Im Zentrum der Erzählung stehen zwei parallele Liebesgeschichten, die weniger auf narrative Überraschungen als auf emotionale Resonanz setzen. Der junge Schriftsteller Ian, geplagt von kreativen Blockaden und einer zunehmend brüchigen Beziehung, flieht in die süditalienische Landschaft Apuliens, um Abstand und Inspiration zu finden. Diese klassische Motivik – der Künstler in der Krise, der in der Fremde zu sich selbst findet – wird nicht ironisch gebrochen, sondern mit aufrichtiger Zuneigung zum Genre ausgespielt. Alex Pettyfer verkörpert Ian als sympathisch Unfertigen, dessen Unsicherheit nicht zum Defizit, sondern zum dramaturgischen Motor wird. Die Begegnung mit Arianna, der resoluten Managerin eines traditionsreichen Landguts, folgt den bekannten Bahnen der romantischen Komödie: anfängliche Reibung, gegenseitige Abwehr, allmähliche Annäherung. Doch gerade in der Gelassenheit, mit der der Film diese Tropen akzeptiert, liegt seine Stärke. Eva De Dominici verleiht Arianna eine Erdung, die den drohenden Kitsch abfedert und der Beziehung eine glaubwürdige Entwicklung erlaubt.


© VUELTA

Regisseurin Danner inszeniert diese Annäherung nicht als pointengetriebene Eskalation, sondern als Prozess des vorsichtigen Öffnens – eine Entscheidung, die dem Film seine sanfte Tonlage verleiht. Parallel dazu entfaltet sich eine zweite, in vielerlei Hinsicht interessantere Liebesgeschichte zwischen Ians Tante Audrey und dem Besitzer des Landguts, Giacomo. Toni Collette und Andy Garcia spielen diese Beziehung mit einer Selbstverständlichkeit, die das gängige Altersnarrativ des Genres unterläuft. Hier wird Liebe nicht als jugendliche Verheißung, sondern als späte, bewusste Entscheidung erzählt – als Begegnung zweier Menschen, die wissen, was sie verloren haben, und deshalb umso genauer spüren, was sie gewinnen könnten. Diese Ebene des Films verleiht „Under the Stars“ eine emotionale Tiefe, die über die Konventionen hinausweist. Bemerkenswert ist in diesem Film der Umgang mit Raum und Landschaft. Apulien fungiert nicht bloß als postkartentaugliche Kulisse, sondern als emotionaler Resonanzraum, der die inneren Zustände der Figuren spiegelt. Die Kamera verweilt auf Licht, Architektur und Natur, ohne in bloße touristische Verklärung abzugleiten. Die Masseria wird zum Ort der Übergänge: zwischen Stillstand und Aufbruch, zwischen Vergangenheit und möglicher Zukunft. „Under the Stars“ ist kein Film der lauten Pointen oder der dramaturgischen Volten. Seine Komik äußert sich im warmen Lächeln, seine Romantik im leisen Einverständnis mit der Vorhersehbarkeit des Lebens. Gerade darin liegt seine Qualität. Der Film erinnert daran, dass das Kino nicht immer überraschen muss, um zu berühren – manchmal genügt es, bekannte Gefühle mit Aufrichtigkeit, handwerklicher Sorgfalt und einem charismatischen Ensemble neu zum Leuchten zu bringen. Als Heimkinoveröffentlichung lädt „Under the Stars“ dazu ein, sich für knapp hundert Minuten in eine Welt fallen zu lassen, in der Liebe noch als Möglichkeit gedacht wird – und das ist, gerade heute, alles andere als geringfügig.


UNDER THE STARS

ET: 15.01.26: DVD | FSK 6
R: Michelle Danner | D: Alex Pettyfer, Eva de Dominici, Toni Collette
USA 2005 | Vuelta Entertainment


 


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