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DVD & BLU-RAY | 25.02.2026

Angels Fallen: Warriors of Peace

Zwischen Offenbarungsmythos und B-Movie-Ästhetik entfaltet sich ein Glaubenskrieg im Actionformat. „Angels Fallen: Warriors of Peace“ verbindet apokalyptische Bildwelten mit der Dramaturgie des Teamfilms. Regisseur Ali Zamani setzt auf Pathos, Popkulturreferenzen und überraschend robuste Schauwerte.

von Franziska Keil


© Busch Media Group

Das Faith-based Cinema hat sich in den vergangenen Jahren signifikant ausdifferenziert. Während frühe Produktionen primär apologetische Diskursräume eröffneten oder biblische Stoffe narrativ rekonstruierten, sucht eine jüngere Generation dieser Filme Anschluss an populäre Genreformate. „Angels Fallen: Warriors of Peace“, inszeniert von Ali Zamani, markiert innerhalb dieser Entwicklung eine bemerkenswerte Hybridform: Der Film kombiniert religiöse Mythologie mit den Codes des Action- und Horrorfilms und erweitert damit das ästhetische Repertoire des Glaubenskinos. Als Fortsetzung von „Angels Fallen - Der finale Kampf zwischen Gut und Böse“ erzählt der Film die Geschichte des verwundeten Soldaten Gabriel, der von einer transzendenten Instanz berufen wird, eine dämonische Invasion abzuwenden. Die antagonistische Figur – hier als gefallener Erzengel Michael inszeniert – verschiebt das traditionelle Engelnarrativ in eine moralische Grauzone. Gut und Böse erscheinen weniger als statische Kategorien denn als dynamische Kräfte in einem kosmischen Bürgerkrieg. Filmanalytisch hervorzuheben ist zunächst das konsequente World-Building. Der Film etabliert eine eigene Mythologie mit klar umrissenen Regeln, Hierarchien und Ritualen. Die „Warriors of Peace“ operieren nach einer spezifischen Ethik des Kampfes, die spirituelle Disziplin und physische Schlagkraft miteinander verbindet. Diese Verschränkung von Glaubensgewissheit und militärischer Choreografie erinnert in ihrer Struktur an serielle Formate wie „Buffy the Vampire Slayer“, ohne deren Ironie vollständig zu übernehmen. Besonders prägnant ist die Inszenierung des Waffenarsenals, betreut von einer Figur, die unübersehbar an das „Q“-Motiv aus dem Agentenfilm erinnert. Verkörpert von Denise Richards, wird dieser Raum zu einem sakralisierten Techniklabor, in dem sakrale Artefakte und Hightech-Waffen koexistieren. Die Szene fungiert als selbstreflexiver Kommentar: Auch das Heilige bedarf hier der medialen Aufrüstung.


© Busch Media Group

Die Actionsequenzen – etwa eine Konfrontation in einem Nachtclubmilieu oder eine dynamische Motorradverfolgung – sind präzise choreografiert und weisen eine für Independent-Produktionen beachtliche Stunt-Qualität auf. Selbst die computergenerierten Dämonen überzeugen in weiten Teilen durch solide Integration in die Bildräume, auch wenn einzelne Effekte budgetbedingt brüchig wirken. Ein visuell markantes Moment bietet ein Rückblick auf einen Kampf auf einer steinernen Brücke, in dem Cuba Gooding Jr. als Balthazar physische Präsenz entfaltet. Diese Szene verdichtet Pathos, Muskelspiel und mythologische Aufladung zu einem ikonografischen Tableau. Gleichwohl offenbart der Film strukturelle Schwächen im Drehbuch. Dialoge tendieren zur expliziten Bedeutungszuweisung, Subtext bleibt selten unausgesprochen. Figuren sind oftmals funktional konstruiert; Differenzierung tritt zugunsten klarer Rollenzuschreibungen zurück. Diese Simplifizierung beeinflusst die schauspielerischen Leistungen, die zwischen solider Professionalität und routinierter Pflichterfüllung oszillieren. Josh Burdett gestaltet Gabriel mit der notwendigen Gravitas und vermittelt die innere Zerrissenheit zwischen Zweifel und Sendungsbewusstsein. Michael Teh hingegen verleiht der Figur des antagonistischen Erzengels eine eindringliche Mischung aus Selbstsicherheit und finsterer Entschlossenheit. Dennoch bleibt das narrative Potenzial vieler Nebenfiguren ungenutzt – eine Limitation, die weniger den Darstellenden als der Textgrundlage zuzuschreiben ist. Bemerkenswert ist die bewusste Abkehr von übermäßiger Sentimentalität. Der Film präsentiert seinen religiösen Unterbau offen, vermeidet jedoch missionarische Übergriffigkeit. Blutige Gefechte und vereinzelte explizite Momente verleihen dem Werk eine rauere Textur, die es klar an ein erwachsenes Publikum adressiert. Diese Reifung des Faith-based Genres signalisiert den Versuch, Glaubensnarrative aus der Sphäre des reinen Erbauungskinos herauszulösen. Die musikalische Untermalung bleibt funktional, ohne ikonische Leitmotive zu etablieren – ein häufiges Defizit kleinerer Produktionen. Dennoch erzeugt die Kombination aus Pathos, Popkulturzitaten und handwerklich solider Inszenierung eine überraschend kohärente Gesamtwirkung.


ANGELS FALLEN: WARRIORS OF PEACE

ET: 12.02.26: DVD, Blu-ray & digital | FSK 16
R: Ali Zamani | D: Randy Couture, Cuba Gooding Jr., Denise Richards
USA 2024 | Busch Media Group


 


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