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KINO | 23.10.2026

Kommissar Jennerwein – Hochsaison
Zwischen Alpenidylle und öffentlichem Spektakel

Kaum hat Kommissar Hubertus Jennerwein (Florian Brückner) seinen Dienst im winterlichen Garmisch-Partenkirchen angetreten, wird die Alpenidylle zum Tatort: Ein dänischer Skispringer stürzt in den Tod, der Präsident des Winterspiele-Komitees entgeht nur knapp einem Anschlag und anonyme Schreiben kündigen weitere Verbrechen an. Zwischen misstrauischen Dorfbewohnern und eitler Lokalpolitik muss Jennerwein einen Täter entlarven, der Aufmerksamkeit sucht und ein tödlich ernstes Spiel spielt.

von Franziska Keil


© W&B Television

Ein Mordfall im Wintersportpanorama

Am 5. November 2026 startet „Kommissar Jennerwein – Hochsaison“ in den deutschen Kinos. Der von Hannu Salonen inszenierte Film verlegt seinen Kriminalfall ins winterliche Garmisch-Partenkirchen: Kaum hat Kommissar Hubertus Jennerwein dort seinen Dienst angetreten, stürzt ein dänischer Skispringer in den Tod. Der Präsident des Winterspiele-Komitees überlebt kurz darauf nur knapp einen Anschlag; anonyme Schreiben kündigen weitere Verbrechen an. Während Jennerwein zwischen einer misstrauischen Dorfgemeinschaft und den Interessen der Lokalpolitik ermittelt, scheint der Täter gezielt die öffentliche Aufmerksamkeit zu suchen. Diese Angaben stammen aus der Ankündigung des Verleihs; über die konkrete Auflösung des Falls lässt sich daraus nichts Verlässliches ableiten.

Der Roman als dramaturgisches Fundament

Die Vorlage ist „Hochsaison“, Jörg Maurers 2010 erschienener zweiter Roman um Kommissar Jennerwein. Auch dort bildet ein Skisprungereignis den Ausgangspunkt: Ein dänischer Springer stürzt, während hochrangige Olympia-Funktionäre vor Ort sind; der Verdacht, der Sportler könne beschossen worden sein, führt Jennerwein in ein Geflecht aus Schützenvereinen, konkurrierenden Interessen und angedrohten Anschlägen. Der Verlag beschreibt den Roman als Alpenkrimi, in dem die Gefahr für den Tourismus mit der Suche nach dem Täter verschränkt wird. Schon der Titel lässt sich deshalb doppelt lesen: Er benennt die touristische Hochsaison und verweist zugleich auf die Eskalation eines Falls, in dem ein ganzes Gemeinwesen um seinen Ruf fürchten muss. Die Filmankündigung verschiebt einzelne Akzente der literarischen Ausgangslage. So nennt sie einen Anschlag auf den Präsidenten des Winterspiele-Komitees und betont die anonymen Drohschreiben, die weitere Verbrechen in Aussicht stellen. Der Romantext des Verlags setzt dagegen zunächst den möglichen Beschuss des Skispringers und die Anwesenheit der Olympia-Funktionäre ins Zentrum. Ob und wie der Film weitere Figuren, Motive oder Erzählstränge verändert, ist anhand der verfügbaren Inhaltsangaben nicht vollständig zu bestimmen. Gesichert ist: Das Drehbuch schrieben Maximilian Brückner, Linus Herbig-Matten und Dinah Marte Golch; Jörg Maurer ist als Autor der literarischen Vorlage verzeichnet.


© W&B Television

Florian Brückner als Zentrum des Ensembles

Florian Brückner spielt Hubertus Jennerwein. Neben ihm gehören Sarah Thonig, Frederic Linkemann, Eva-Maria Reichert, Helmfried von Lüttichau, Florian Thongsap Welsch und Cornelius Obonya zur Besetzung. Die Verleihmitteilung benennt diese Darstellerinnen und Darsteller, führt aber nicht sämtliche Rollen auf; einzelne Zuordnungen sollten deshalb nicht ohne zusätzliche Belege als gesichert gelten. Für Brückner liegt die Herausforderung der Hauptrolle darin, einen Ermittler in einer Welt zu verankern, deren Überschaubarkeit trügerisch ist: Jennerwein muss sich in einem Ort orientieren, in dem persönliche Beziehungen, lokale Interessen und öffentliche Selbstdarstellung ineinandergreifen. Wie der Schauspieler die Figur im Einzelnen anlegt – etwa über Körpersprache, Sprachrhythmus oder komische Zurückhaltung –, lässt sich ohne eine Sichtung des Films nicht seriös beurteilen. Die Konstellation verspricht jedoch ein Ensembleverfahren, in dem die Ermittlungsarbeit nicht allein aus Indizien besteht, sondern auch aus der Beobachtung jener sozialen Rollen, die sich die Bewohnerinnen und Bewohner des Kurorts geben.

Landschaft, Genre und filmische Form

Die Alpenkulisse ist in diesem Stoff mehr als ein attraktiver Hintergrund. Der Gegensatz zwischen winterlicher Idylle und gewaltsamem Geschehen bildet den visuellen und dramaturgischen Ausgangspunkt: Weite Landschaftsräume treffen auf den eng begrenzten sozialen Mikrokosmos eines Kurorts, die öffentlichkeitswirksame Sportveranstaltung auf die verdeckten Konflikte hinter der Fassade. Aus dieser Anlage ergibt sich ein filmwissenschaftlich produktives Spannungsverhältnis zwischen Panorama und Beobachtung, Sichtbarkeit und Geheimhaltung. Das ist eine Deutung des publizierten Plots, keine Behauptung über konkrete Einstellungen oder Schnittfolgen, die erst der fertige Film belegen könnte. Die Produktionsangaben weisen Hannu Salonen als Regisseur, Felix Cramer als Kameramann sowie Martina Eisenreich und Michael Kadelbach als Komponisten aus; den Schnitt verantwortete Lukas Meissner. Gedreht wurde laut filmportal.de in Garmisch-Partenkirchen und Seefeld. Diese Gewerke und Schauplätze benennen die Voraussetzungen der filmischen Gestaltung, sagen für sich genommen aber noch nichts darüber aus, wie Raum, Licht, Musik oder Montage im fertigen Film eingesetzt werden. Die Verleihankündigung hebt schwarzen Humor und überraschende Wendungen hervor; daraus lässt sich eine Verbindung von Kriminalspannung und komischer Brechung erwarten, ohne dass sich die tatsächliche Balance der Tonlagen vorab verlässlich bewerten ließe.


© W&B Television

Aufmerksamkeit als Motiv

Besonders deutlich tritt im angekündigten Film die Frage hervor, wer in der Öffentlichkeit gesehen wird und zu welchem Zweck. Der Täter, so die Verleihbeschreibung, sucht Aufmerksamkeit; zugleich steht mit dem Winterspiele-Komitee eine Institution im Zentrum, deren Interessen mit dem Bild des Ortes verbunden sind. Das Verbrechen bedroht damit nicht nur Menschen, sondern auch eine öffentliche Erzählung von Sicherheit, Gastfreundschaft und alpiner Beschaulichkeit. Die Komik kann in einer solchen Konstellation als Mittel der Entlarvung funktionieren: Sie stellt soziale Eitelkeiten aus und macht die Diskrepanz zwischen gepflegtem Ansehen und tatsächlichem Konflikt sichtbar. Ob der Film diese Möglichkeit konsequent nutzt, bleibt bis zur Sichtung offen.

Ein erster Kinofall mit offener Bilanz

„Kommissar Jennerwein – Hochsaison“ führt eine literarisch etablierte Ermittlerfigur erstmals in einen Kinofilm. Die Verbindung aus Skisprungdrama, anonymen Drohungen, politischer Eitelkeit und regionalem Milieu gibt der Adaption ein klar umrissenes Spannungsfeld; Florian Brückner steht dabei im Zentrum eines Ensembles, das vertraute Gesichter des deutschen und österreichischen Films vereint. Die öffentlich verfügbaren Informationen erlauben eine Analyse der Stoffanlage und ihrer möglichen Genrelogik, aber noch kein abschließendes Urteil über Inszenierung, Schauspiel oder Dramaturgie. Die entscheidende Bewährungsprobe wird sein, ob der Film die spektakuläre Berglandschaft nicht bloß als Kulisse nutzt, sondern sie mit den sozialen Abgründen und komischen Brüchen seines Kriminalfalls filmisch in Beziehung setzt.


KOMMISSAR JENNERWEIN – HOCHSAISON

Start: 05.11.26 | FSK 12
R: Hannu Salonen | D: Florian Brückner, Sarah Thonig, Frederic Linkemann
Deutschland, Österreich 2026 | Leonine


 

 

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