Startseite > Kultur > Literatur | 08.04.2020

LITERATUR
Die Farben der Schönheit -
Sophias Hoffnung

Berlin, 1926. Aufgewühlt verlässt Sophia ihr Elternhaus. Ihr Vater will sie nie wiedersehen, ihre Mutter ist in Tränen aufgelöst. Erst als sie vor ihrem Geliebten steht, begreift Sophia, dass sie das gemeinsame Kind alleine aufziehen muss. Noch dazu als Unverheiratete. Verzweifelt reist sie zu einer Freundin nach Paris, wo sich ihr eine unerhörte Möglichkeit bietet.

von Eve Pohl

Berlin, 1926. Aufgewühlt verlässt Sophia ihr Elternhaus. Ihr Vater will sie nie wiedersehen, ihre Mutter ist in Tränen aufgelöst. Erst als sie vor ihrem Geliebten steht, begreift Sophia, dass sie das gemeinsame Kind alleine aufziehen muss. Noch dazu als Unverheiratete. Verzweifelt reist sie zu einer Freundin nach Paris, wo sich ihr eine unerhörte Möglichkeit bietet. Die große Helena Rubinstein ist von Sophias Ausstrahlung und von einer ihrer selbstgemachten Cremes begeistert. Und sie bietet ihr an, in ihrem Schönheits-Imperium zu arbeiten. Sophia reist nach New York, voller Hoffnung auf ein neues Glück.

Historische Romane sind oftmals schwierig, da man real existierende Persönlichkeiten mit den fiktiven Charakteren verweben und auch noch eine interessante Geschichte mit Wendungen, sowie Höhen und Tiefen erzählen muss. So auch in diesem Fall. Sophia gerät mitten hinein in den Kampf der beiden Kosmetikunternehmerinnen Helena Rubinstein und Elisabeth Arden. Beide Marken kennt man heute noch, auch wenn die Gründerinnen im kurzen Abstand in den 1960er verstarben und beide Marken nun unter dem Dach von anderen Kosmetikkonzernen weiter vertrieben werden.

Am Anfang trifft man auf Sophia als eine wohlerzogene junge Frau, die aus einer gut situierten Familie mit hohen Ansprüchen stammt. Da sie das einzige Kind ist und so ein etwaiger Sohn auch nicht das Geschäft des Vaters – einen Drogeriemarkt – übernehmen kann, darf sie als eine der wenigen Frauen in Berlin studieren. Doch als sie von einem Dozenten als Assistentin im Labor eingestellt wird, bleibt es nicht bei einem professionellen Verhältnis, sie kommen sich näher und er macht ihr sogar Versprechungen sie nach seiner Scheidung von seiner aktuellen Frau, zu heiraten. Doch alles kommt anders, als Sophie es sich erhofft hätte. Denn als sie ihm schwanger ihre Hoffnungen und Träume offenbart, lässt er sie allein und will ihr nur unter der Bedingung helfen, dass sie das gemeinsame Kind abtreiben lässt. Doch das möchte sie nicht und so lassen auch ihre Eltern sie fallen. Und so wendet sie sich verzweifelt an ihre Freundin, die als Nackttänzerin in einer Revue zu sehen ist und Sophia bei sich wohnen lässt.

Obwohl sie einen problematischen Start in ihr Leben als Erwachsene hat, gelingt es Sophia immer mit einer guten Portion Glück, aber auch Klugheit und Geschick sich durch alle Situationen, die ihr begegnen zu manövrieren - zuerst in Berlin, dann in Paris und schließlich auch in New York, wo sie als Chemikerin mit der Herstellung einer neuen Produktpalette für Helena Rubinstein beauftragt wird.

Insgesamt handelt es sich bei dem Roman um eine gelungene Mischung aus dem Porträt einer engagierten jungen Frau, die ihr Leben trotz aller Widrigkeiten selber in die Hand nimmt, aber auch um die Zeit in der sie lebt. All diese Faktoren werden in einer interessanten Art und Weise miteinander verknüpft, auch wenn man sich manchmal fragt, wie ein einziger Mensch nur so viel Glück haben kann. Das Buch eignet sich durchaus zum mitfiebern und zum Schwelgen.

Der historische Roman von Corina Bomann erschien am 28. Februar 2020 als Taschenbuch im Ullstein-Verlag und ist für 14,99 € zu erhalten. Dabei kann man auf fast 600 Seiten ihre ersten Schritte als erwachsene Frau kennenlernen. Und auf die beiden nachfolgenden Romane kann man sich in diesem Jahr auch noch freuen. Sophias Lebensweg wird noch viele interessante Wendungen bereithalten, die man in „Sophias Träume“ und „Sophias Triumph“ weiterverfolgen kann.


Corina Bomann | Die Farben der Schönheit - Sophias Hoffnung | Ullstein Paperback

 

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