![]() |
|
|
BABYLON
BERLIN Mit der fünften Staffel führt „Babylon Berlin“ seine Figuren an den historischen Abgrund der Weimarer Republik. Zwischen Kriminalfilm, politischem Drama und melancholischem Zeitbild entsteht ein außergewöhnlich sensibles Porträt der letzten Wochen vor der nationalsozialistischen Diktatur. Vom 30. Januar bis zum Reichstagsbrand verdichtet sich die Geschichte auf wenige Wochen, in denen private Beziehungen, politische Hoffnungen und gesellschaftliche Freiheiten irreversibel zerbrechen. |
![]() |
|
Die
Wochenkinder: Ein Buch über die Wochenkinder der DDR erzählt nicht nur von einer besonderen Form staatlicher Kinderbetreuung, sondern von den langfristigen biografischen Folgen früher institutioneller Trennung. Alexander Teske verbindet persönliche Erfahrungsberichte mit fachlicher Einordnung und macht damit sichtbar, was lange außerhalb des öffentlichen Bewusstseins lag. |
![]() |
|
| MOTHER
MARY David Lowery verwandelt mit „Mother Mary“ die Geschichte eines Popstars und einer Modedesignerin in ein entrücktes Drama über Kunst, Ruhm und verdrängte Verletzungen. Anne Hathaway und Michaela Coel verkörpern zwei Frauen, deren einstige künstlerische Symbiose in eine schmerzhafte Konfrontation mit Vergangenheit und Identität umschlägt. Zwischen Popästhetik, Musical, Gothic-Horror und surrealem Beziehungsdrama entsteht ein Film, der weniger einer klassischen Handlung folgt als emotionalen und visuellen Assoziationen.
|
![]() |
|
Der
Kopf des Osiris Michael E. Habicht verbindet in „Der Kopf des Osiris“ archäologische Befunde mit der Frage, wie belastbar die etablierten Deutungsmuster der altägyptischen Forschung tatsächlich sind. Im Zentrum stehen Monumente wie das Osireion, die Pyramiden von Gizeh und der Sphinx, deren Datierung, Funktion und kultureller Kontext der Autor einer erneuten Betrachtung unterzieht. Dabei entwickelt Habicht ein interdisziplinäres Panorama aus Archäologie, Ägyptologie, Naturwissenschaft und Ideengeschichte, das etablierte Gewissheiten mit spekulativen Hypothesen konfrontiert. |
![]() |
|
| The
Zero Collection Wo einst der Aperitif den Auftakt des Abends bestimmte, gewinnt heute eine andere Form des Genusses an Kontur: das bewusste Weglassen von Alkohol. Mit „The Zero Collection“ führt das art’otel Cologne eine eigenständige 0,0%-Karte ein und reagiert damit auf eine urbane Genusskultur, die Differenzierung statt Verzicht sucht. In der hoteleigenen Lounge Bar Artelier treffen alkoholfreie Weine, Biere, Cocktails und Spirituosen auf die charakteristische Kunstwelt des Hauses und den Blick auf den Rhein. |
![]() |
|
|
„Verity – Dunkle Geheimnisse“ möchte psychologischen Thriller, erotisches Melodram und gotische Familiengeschichte zugleich sein – und verliert dabei seine tonale Mitte. Michael Showalter verwandelt Colleen Hoovers Bestseller in ein luxuriös ausgestattetes, aber erstaunlich lebloses Suspense-Konstrukt. Wo der Film Ambivalenz verspricht, setzt er auf Markierungen; wo Begehren entstehen soll, bleibt vor allem kalkulierte Provokation. |
![]() |
|
Die
Dialektik des gealterten Gangsters TULSA KING macht aus dem alternden Gangster erneut eine Figur zwischen Anachronismus und Selbstbehauptung. Die dritte Staffel erweitert Dwights Welt um politische Macht, familiäre Konflikte, organisierte Kriminalität und eine Vergangenheit, die mit neuer Wucht zurückkehrt. Sylvester Stallone trägt die Serie weiterhin mit jener eigentümlichen Mischung aus physischer Präsenz, Lakonie und verletzlicher Selbstironie, die ihren besonderen Charakter begründet. |
![]() |
|
| JACKASS:
EINER GEHT NOCH Am 28. September war der Digitalstart von „Jackass: Einer geht noch“. Wir blicken aus diesem Anlass auf ein Vierteljahrhundert anarchischer Körperkomik zurück. Aus der MTV-Provokation wurde ein einzigartiges Kinophänomen zwischen Stuntfilm, Slapstick, Performance und dokumentarischer Selbstentblößung. Sechs Kinofilme haben die Grenzen des Zumutbaren immer wieder verschoben und dabei eine ganze Ästhetik digitaler Unterhaltung vorweggenommen. |
![]() |
|
Die
Vermessung des Unsichtbaren Tibets buddhistische Wandmalereien werden in „Murals of Tibet, Baby SUMO“ zu einem überwältigenden Panorama sakraler Bildwelten. Mit fotografischer Präzision erschließt der Band jahrhundertealte Kunstwerke, deren Details bislang kaum in dieser visuellen Dichte zugänglich waren. Das monumentale TASCHEN-Buch verbindet digitale Bildtechnologie, kunsthistorische Forschung und die Materialität eines außergewöhnlichen Buchobjekts. So wird aus einem Fotoband ein visuelles Archiv und zugleich eine Einladung, Kultur nicht nur zu betrachten, sondern sich ihrem Denken und ihrer Spiritualität anzunähern. |
![]() |
|
| PANS
LABYRINTH Guillermo del Toros „Pans Labyrinth“ verwandelt die Geschichte des Faschismus in ein Märchen von verstörender Schönheit. Das Fantastische dient dabei nicht der Flucht aus der Wirklichkeit, sondern ihrer schonungslosen Erkenntnis. Zwischen kindlicher Imagination, politischer Gewalt und mythischer Bildordnung entsteht ein Kino der moralischen Ambivalenz. Die Wiederaufführung am 06. Oktober in der „BEST OF CINEMA – Reihe“ lädt dazu ein, diesen Klassiker neu zu vermessen. |
![]() |
|
| Shaun
das Schaf – Spuk im Kürbisfeld Mit „Shaun das Schaf – Spuk im Kürbisfeld“ kehrt eine der eigensinnigsten Figuren des britischen Animationskinos auf die große Leinwand zurück. Die neue Geschichte verbindet anarchischen Slapstick mit klassischen Motiven des Horrorfilms und bewahrt dabei den wortlosen Charme der Knetanimation. Hinter dem kindgerechten Chaos erweist sich einmal mehr eine verblüffend präzise Bildkomik, die ihre Pointen auf mehreren Wahrnehmungsebenen organisiert. |
![]() |
|
| Frau
Winkler verlässt das Haus Doris Dörrie verbindet künstliche Intelligenz, Mutter-Tochter-Konflikt und Tschechows „Drei Schwestern“ zu einer melancholischen Tragikomödie über Fürsorge und Autonomie. Angela Winkler und Laura Tonke verleihen der schwierigen Beziehung zwischen Abhängigkeit, Selbstbehauptung und dem Wunsch nach einem eigenen Leben große emotionale Ambivalenz. Pflegeroboter Pawlowitsch wird dabei weniger zum Zukunftsszenario als zum Spiegel menschlicher Nähe und ihrer Widersprüche. Zum Kinostart am 01. Oktober erzählt der Film mit feinem Humor von der Kunst, füreinander da zu sein, ohne einander festzuhalten. |
![]() |
|
|
Ein Mord, ein Dorf – und eine Herde als Ermittlungsinstanz. Zwischen pastoralem Idyll und kriminalistischer Verspieltheit entsteht ein ungewöhnlicher Ton. Dieser Film verwandelt das Tierische in ein erkenntnistheoretisches Experiment. Eine Komödie, die Leichtigkeit mit subtiler Reflexion verbindet. |
![]() |
|
| THIS
IS ENGLAND Shane Meadows’ „This is England“ verbindet persönliche Erinnerung und nationale Geschichte zu einem präzisen Porträt des britischen Gesellschaftszustands der frühen 1980er-Jahre. Aus der Perspektive eines zwölfjährigen Jungen erzählt der Film von Klasse, Verlust und Zugehörigkeit – und von der politischen Vereinnahmung einer Jugendkultur. Seine Verbindung aus Sozialrealismus, Coming-of-Age, Popkultur und autobiografischer Rückschau hat dem britischen Gegenwartskino eine unverwechselbare Perspektive auf nationale Identität gegeben. |
![]() |
|
| Corpus
Delicti Mit „Corpus Delicti“ überführt Lena Stahl Juli Zehs Dystopie in einen Science-Fiction-Thriller über Überwachung, Gesundheit und die Erosion individueller Freiheit. Die Verlagerung vom philosophischen Diskurs zum Kriminalplot erzeugt Spannung, schwächt jedoch bisweilen die argumentative Schärfe der Vorlage. Hannah Herzsprung trägt den Film mit einer kontrollierten, zunehmend aufbrechenden Darstellung und verankert die abstrakte Systemkritik in einer persönlichen Krise. |
![]() |
|
| Le
Chalet Français Wenn der Herbst über Köln zieht, verwandelt sich ein historisches Wahrzeichen der Stadt in eine Bühne französischer Lebensart. Im „Le Chalet Français“ treffen Charcuterie, Fromage und Boeuf Bourguignon auf alpine Intimität, Feuer, Licht und die Grandezza des Wasserturms. Alexander Lalk hat das Wasserturm Hotel Cologne zu einer Adresse entwickelt, deren Luxus weniger demonstrativ als atmosphärisch funktioniert. So wird aus einem saisonalen Chalet ein sinnliches Gesamterlebnis zwischen französischer Genusskultur, urbaner Eleganz und Kölner Geschichte. |
![]() |
|
| SCARY
MOVIE Mit „SCARY MOVIE“ kehrt eine Filmreihe zurück, deren Bedeutung eng mit der anarchischen Aneignung des Horror- und Popkulturkanons verbunden ist. Die neue Folge verbindet Slasher-Parodie, Meta-Komik und Franchise-Nostalgie zu einem bewusst maßlosen Spiel mit den Konventionen des zeitgenössischen Horrorkinos. Zwischen Wiederholung und Aktualisierung entsteht ein ambivalentes Verhältnis zur eigenen Vergangenheit: Der Film lebt von vertrauten Figuren und Motiven, muss sich aber zugleich gegen deren bloße Musealisierung behaupten. Am 25. September erscheint „SCARY MOVIE“ für das Heimkino. |
![]() |
|
|
Das Lucas Museum of Narrative Art macht aus dem Erzählen mit Bildern ein eigenes museales Prinzip. Von der Höhlenmalerei bis zur digitalen Kunst verbindet es Epochen, Medien und Kulturen zu einer Geschichte menschlicher Imagination. Seine Entstehung aus der Sammlung von George Lucas steht zugleich für den Aufstieg der Populärkultur zu einem ernsthaften Gegenstand kunsthistorischer Betrachtung. In Los Angeles entsteht damit ein Museum, das nicht nur Kunst bewahrt, sondern die Frage neu stellt, wie Bilder Gesellschaften prägen, Erinnerungen formen und Wirklichkeit erzählen. |
![]() |
|
| Jimmy
and Stiggs Joe Begos’ „Jimmy and Stiggs“ als selbstironischer Versuch über Freundschaft, Exzess und die Grenzen des Low-Budget-Horrors. Zwischen Heavy-Metal-Ästhetik, Alien-Invasion und bewusst künstlichem Splatter entfaltet sich ein Film, der seine Überdrehtheit zugleich zelebriert und problematisch ausreizt. Die radikale Reduktion auf einen einzigen Wohnraum wird zum ästhetischen Prinzip – und zur dramaturgischen Belastungsprobe. |
![]() |
|
|
Zwischen Diagnose und Zweifel: Ein Krankenhaus als moralisches Versuchslabor. „Nachbeben“ erkundet die fragile Grenze zwischen Verantwortung und Zufall. Ein Drama, das Schuld nicht verteilt, sondern dekonstruiert. Beklemmend, präzise und von eindringlicher humanistischer Wucht. |
![]() |
|
| The
Death of Robin Hood Michael Sarnoskis „The Death of Robin Hood“ dekonstruiert eine der populärsten Heldengestalten des europäischen Erzählens und ersetzt romantische Legendenbildung durch eine Studie über Schuld, Gewalt und Reue. Aus dem Robin Hood des kollektiven Genregedächtnisses wird ein gebrochener Antiheld, dessen Vergangenheit jede eindeutige Heldenfunktion überschattet. Zwischen archaischer Landschaft, brutaler Körperlichkeit und kontemplativen Gegenräumen verbindet der Film historische Abenteuerikonografie mit den Konventionen des modernen Revisionismus. |
![]() |
|